<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><CONCLUSION NNC="YES" xmlns:fmx="http://opoce" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:noNamespaceSchemaLocation="http://formex.publications.europa.eu/schema/formex-05.58-20161101.xd"><BIB.CONCLUSION><REF.CASE FILE="n.a."><NO.CASE>C-467/16</NO.CASE></REF.CASE><NO.CELEX>62016CC0467</NO.CELEX><NO.ECLI ECLI="ECLI:EU:C:2017:768">EU:C:2017:768</NO.ECLI><NO.SEQ>0001</NO.SEQ><PAGE.FIRST.ECR>1</PAGE.FIRST.ECR><PAGE.SEQ>1</PAGE.SEQ><PAGE.LAST.ECR>11</PAGE.LAST.ECR><PAGE.TOTAL>11</PAGE.TOTAL></BIB.CONCLUSION><CURR.TITLE><PAGE.HEADER><P>Schlussanträge von Herrn Szpunar – Rechtssache C‑467/16</P><P>Schlömp</P></PAGE.HEADER></CURR.TITLE><TITLE><TI><P><HT TYPE="UC">Schlussanträge des generalanwalts</HT></P><P><HT TYPE="UC">Maciej Szpunar</HT></P><P>vom <DATE ISO="20171018">18. Oktober 2017</DATE><NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0001"><P>Originalsprache: Englisch.</P></NOTE></P></TI><STI><P><HT TYPE="BOLD">Rechtssache C‑467/16</HT></P><P><HT TYPE="BOLD">Brigitte Schlömp</HT></P><P><HT TYPE="BOLD">gegen</HT></P><P><HT TYPE="BOLD">Landratsamt Schwäbisch Hall</HT></P><P><HT TYPE="NORMAL">(Vorabentscheidungsersuchen des Amtsgerichts Stuttgart [Deutschland])</HT></P></STI></TITLE><INTERMEDIATE><INDEX IDX.CLOSE="“" SEPARATOR=" – " IDX.OPEN="„"><KEYWORD>Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts</KEYWORD><KEYWORD>Justizielle Zusammenarbeit in Zivilsachen</KEYWORD><KEYWORD>Lugano‑II-Übereinkommen</KEYWORD><KEYWORD>Art. 27 und 30</KEYWORD><KEYWORD>Rechtshängigkeit</KEYWORD><KEYWORD>Begriff <QUOT.START CODE="201A" REF.END="QE0001" ID="QS0001"/>Gericht<QUOT.END REF.START="QS0001" CODE="2018" ID="QE0001"/></KEYWORD></INDEX></INTERMEDIATE><CONTENTS.CONCLUSION><NP.ECR IDENTIFIER="NP0001"><NO.P>1.</NO.P><TXT>Die diesem Rechtsstreit zugrunde liegende Frage ist einfach: Wurde nach dem am <DATE ISO="20071030">30. Oktober 2007</DATE> unterzeichneten Übereinkommen über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen, das im Namen der Gemeinschaft durch den Beschluss des Rates 2009/430/EG vom <DATE ISO="20081127">27. November 2008</DATE> (<REF.DOC.OJ COLL="L" NO.OJ="147" PAGE.FIRST="1" DATE.PUB="2009">ABl. 2009, L 147, S. 1</REF.DOC.OJ>) genehmigt wurde (im Folgenden: Lugano‑II-Übereinkommen), für die Zwecke der Rechtshängigkeit ein <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0002" ID="QS0002"/>Gericht<QUOT.END REF.START="QS0002" CODE="201C" ID="QE0002"/> angerufen, wenn eine Klageschrift in einer Unterhaltssache vor einer Schlichtungsbehörde eingereicht wird, was durch nationales Verfahrensrecht zwingend vorgeschrieben ist? Diese Vorlagefrage des Amtsgerichts Stuttgart (Deutschland) gibt dem Gerichtshof die seltene Gelegenheit, Vorschriften des Lugano‑II-Übereinkommens auszulegen.</TXT></NP.ECR><GR.SEQ LEVEL="1"><TITLE><TI><P><HT TYPE="BOLD">Rechtsrahmen</HT></P></TI></TITLE><GR.SEQ LEVEL="2"><TITLE><TI><P><HT TYPE="BOLD"><HT TYPE="ITALIC">Völkerrecht</HT></HT></P></TI></TITLE><NP.ECR IDENTIFIER="NP0002"><NO.P>2.</NO.P><TXT>In Titel II (<QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0003" ID="QS0003"/>Zuständigkeit<QUOT.END REF.START="QS0003" CODE="201C" ID="QE0003"/>) Abschnitt 2 (<QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0004" ID="QS0004"/>Besondere Zuständigkeiten<QUOT.END REF.START="QS0004" CODE="201C" ID="QE0004"/>) Art. 5 des Lugano‑II-Übereinkommens heißt es:</TXT><QUOT.S LEVEL="1"><ALINEA><P><QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0005" ID="QS0005"/>Eine Person, die ihren Wohnsitz im Hoheitsgebiet eines durch dieses Übereinkommen gebundenen Staates hat, kann in einem anderen durch dieses Übereinkommen gebundenen Staat verklagt werden:</P><P>…</P><LIST TYPE="ARAB"><ITEM><NP><NO.P>2.</NO.P><TXT>wenn es sich um eine Unterhaltssache handelt,</TXT><P><LIST TYPE="alpha"><ITEM><NP><NO.P>a)</NO.P><TXT>vor dem Gericht des Ortes, an dem der Unterhaltsberechtigte seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, …<QUOT.END REF.START="QS0005" CODE="201C" ID="QE0005"/></TXT></NP></ITEM></LIST></P></NP></ITEM></LIST></ALINEA></QUOT.S></NP.ECR><?PAGE NO="2"?><NP.ECR IDENTIFIER="NP0003"><NO.P>3.</NO.P><TXT>Titel II Abschnitt 9 (<QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0006" ID="QS0006"/>Rechtshängigkeit und im Zusammenhang stehende Verfahren<QUOT.END REF.START="QS0006" CODE="201C" ID="QE0006"/>) des Lugano‑II-Übereinkommens enthält dessen Art. 27 bis 30.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0004"><NO.P>4.</NO.P><TXT>Art. 27 des Lugano‑II-Übereinkommens lautet:</TXT><P><QUOT.S LEVEL="1"><PARAG IDENTIFIER="027.001"><NO.PARAG><QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0007" ID="QS0007"/>(1)</NO.PARAG><ALINEA>Werden bei Gerichten verschiedener durch dieses Übereinkommen gebundener Staaten Klagen wegen desselben Anspruchs zwischen denselben Parteien anhängig gemacht, so setzt das später angerufene Gericht das Verfahren von Amts wegen aus, bis die Zuständigkeit des zuerst angerufenen Gerichts feststeht.</ALINEA></PARAG><PARAG IDENTIFIER="027.002"><NO.PARAG>(2)</NO.PARAG><ALINEA>Sobald die Zuständigkeit des zuerst angerufenen Gerichts feststeht, erklärt sich das später angerufene Gericht zugunsten dieses Gerichts für unzuständig.<QUOT.END REF.START="QS0007" CODE="201C" ID="QE0007"/></ALINEA></PARAG></QUOT.S></P></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0005"><NO.P>5.</NO.P><TXT>Art. 30 des Übereinkommens bestimmt:</TXT><QUOT.S LEVEL="1"><P><QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0008" ID="QS0008"/>Für die Zwecke dieses Abschnitts gilt ein Gericht als angerufen:</P><P><LIST TYPE="ARAB"><ITEM><NP><NO.P>1.</NO.P><TXT>zu dem Zeitpunkt, zu dem das verfahrenseinleitende Schriftstück oder ein gleichwertiges Schriftstück bei Gericht eingereicht worden ist, vorausgesetzt, dass der Kläger es in der Folge nicht versäumt hat, die ihm obliegenden Maßnahmen zu treffen, um die Zustellung des Schriftstücks an den Beklagten zu bewirken, oder</TXT></NP></ITEM><ITEM><NP><NO.P>2.</NO.P><TXT>falls die Zustellung an den Beklagten vor Einreichung des Schriftstücks bei Gericht zu bewirken ist, zu dem Zeitpunkt, zu dem die für die Zustellung verantwortliche Stelle das Schriftstück erhalten hat, vorausgesetzt, dass der Kläger es in der Folge nicht versäumt hat, die ihm obliegenden Maßnahmen zu treffen, um das Schriftstück bei Gericht einzureichen.<QUOT.END REF.START="QS0008" CODE="201C" ID="QE0008"/></TXT></NP></ITEM></LIST></P></QUOT.S></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0006"><NO.P>6.</NO.P><TXT>Titel V (<QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0009" ID="QS0009"/>Allgemeine Vorschriften<QUOT.END REF.START="QS0009" CODE="201C" ID="QE0009"/>) Art. 62 des Lugano‑II-Übereinkommens bestimmt:</TXT><QUOT.S LEVEL="1"><ALINEA><QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0010" ID="QS0010"/>Im Sinne dieses Übereinkommens umfasst die Bezeichnung <QUOT.START CODE="201A" REF.END="QE0011" ID="QS0011"/>Gericht<QUOT.END REF.START="QS0011" CODE="2018" ID="QE0011"/> jede Behörde, die von einem durch dieses Übereinkommen gebundenen Staat als für die in den Anwendungsbereich dieses Übereinkommens fallenden Rechtsgebiete zuständig bezeichnet worden ist.<QUOT.END REF.START="QS0010" CODE="201C" ID="QE0010"/></ALINEA></QUOT.S></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0007"><NO.P>7.</NO.P><TXT>Titel VII (<QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0012" ID="QS0012"/>Verhältnis zu der Verordnung [EG] Nr. 44/2001[<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0002"><P>Verordnung vom <DATE ISO="20001222">22. Dezember 2000</DATE> über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen (<REF.DOC.OJ COLL="L" NO.OJ="012" PAGE.FIRST="1" DATE.PUB="2001">ABl. 2001, L 12, S. 1</REF.DOC.OJ>).</P></NOTE>] des Rates und zu anderen Rechtsinstrumenten<QUOT.END REF.START="QS0012" CODE="201C" ID="QE0012"/>) des Lugano‑II-Übereinkommens enthält Art. 64, in dem es wie folgt heißt:</TXT><P><QUOT.S LEVEL="1"><PARAG IDENTIFIER="064.001"><NO.PARAG><QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0013" ID="QS0013"/>(1)</NO.PARAG><ALINEA>Dieses Übereinkommen lässt die Anwendung folgender Rechtsakte durch die Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft unberührt: der Verordnung … Nr. 44/2001 des Rates … einschließlich deren Änderungen, des am <DATE ISO="19680927">27. September 1968</DATE> in Brüssel unterzeichneten Übereinkommens über die gerichtliche Zuständigkeit und die Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen und des am <DATE ISO="19710603">3. Juni 1971</DATE> in Luxemburg unterzeichneten Protokolls über die Auslegung des genannten Übereinkommens durch den Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften in der Fassung der Übereinkommen, mit denen die neuen Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaften jenem Übereinkommen und dessen Protokoll beigetreten sind, sowie des am <DATE ISO="20051019">19. Oktober 2005</DATE> in Brüssel unterzeichneten Abkommens zwischen der Europäischen Gemeinschaft und dem Königreich Dänemark über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen.</ALINEA></PARAG><PARAG IDENTIFIER="064.002"><NO.PARAG>(2)</NO.PARAG><ALINEA><P>Dieses Übereinkommen wird jedoch in jedem Fall angewandt</P><?PAGE NO="3"?><P><LIST TYPE="alpha"><ITEM><NP><NO.P>a)</NO.P><TXT>in Fragen der gerichtlichen Zuständigkeit, wenn der Beklagte seinen Wohnsitz im Hoheitsgebiet eines Staates hat, in dem dieses Übereinkommen, aber keines der in Absatz 1 aufgeführten Rechtsinstrumente gilt, oder wenn die Gerichte eines solchen Staates nach Artikel 22 oder 23 dieses Übereinkommens zuständig sind;</TXT></NP></ITEM><ITEM><NP><NO.P>b)</NO.P><TXT>bei Rechtshängigkeit oder im Zusammenhang stehenden Verfahren im Sinne der Artikel 27 und 28, wenn Verfahren in einem Staat anhängig gemacht werden, in dem dieses Übereinkommen, aber keines der in Absatz 1 aufgeführten Rechtsinstrumente gilt, und in einem Staat, in dem sowohl dieses Übereinkommen als auch eines der in Absatz 1 aufgeführten Rechtsinstrumente gilt;</TXT></NP></ITEM></LIST></P></ALINEA></PARAG><P>…<QUOT.END REF.START="QS0013" CODE="201C" ID="QE0013"/></P></QUOT.S></P></NP.ECR></GR.SEQ><GR.SEQ LEVEL="2"><TITLE><TI><P><HT TYPE="BOLD"><HT TYPE="ITALIC">Schweizer Zivilprozessordnung</HT></HT></P></TI></TITLE><NP.ECR IDENTIFIER="NP0008"><NO.P>8.</NO.P><TXT>Art. 62 Abs. 1 der Schweizer Zivilprozessordnung (im Folgenden: Zivilprozessordnung)<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0003"><P>Zu finden im 1. Teil (<QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0014" ID="QS0014"/>Allgemeine Bestimmungen<QUOT.END REF.START="QS0014" CODE="201C" ID="QE0014"/>), 4. Titel (<QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0015" ID="QS0015"/>Rechtshängigkeit und Folgen des Klagerückzugs<QUOT.END REF.START="QS0015" CODE="201C" ID="QE0015"/>) der Prozessordnung.</P></NOTE> betrifft den Beginn der Rechtshängigkeit und lautet:</TXT><QUOT.S LEVEL="1"><ALINEA><QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0016" ID="QS0016"/>Die Einreichung eines Schlichtungsgesuches, einer Klage, eines Gesuches oder eines gemeinsamen Scheidungsbegehrens begründet Rechtshängigkeit.<QUOT.END REF.START="QS0016" CODE="201C" ID="QE0016"/></ALINEA></QUOT.S></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0009"><NO.P>9.</NO.P><TXT>Art. 197 der Zivilprozessordnung bestimmt<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0004"><P>Zu finden im 2. Teil (<QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0017" ID="QS0017"/>Besondere Bestimmungen<QUOT.END REF.START="QS0017" CODE="201C" ID="QE0017"/>), 1. Titel (<QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0018" ID="QS0018"/>Schlichtungsversuch<QUOT.END REF.START="QS0018" CODE="201C" ID="QE0018"/>), 1. Kapitel (<QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0019" ID="QS0019"/>Geltungsbereich und Schlichtungsbehörde<QUOT.END REF.START="QS0019" CODE="201C" ID="QE0019"/>) der Prozessordnung.</P></NOTE>:</TXT><QUOT.S LEVEL="1"><P><QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0020" ID="QS0020"/>Dem Entscheidverfahren geht ein Schlichtungsversuch vor einer Schlichtungsbehörde voraus.<QUOT.END REF.START="QS0020" CODE="201C" ID="QE0020"/></P></QUOT.S></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0010"><NO.P>10.</NO.P><TXT>Art. 209 (<QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0021" ID="QS0021"/>Klagebewilligung<QUOT.END REF.START="QS0021" CODE="201C" ID="QE0021"/>) bestimmt:</TXT><QUOT.S LEVEL="1"><ALINEA><P><QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0022" ID="QS0022"/><HT TYPE="SUP">1</HT> Kommt es zu keiner Einigung, so hält die Schlichtungsbehörde dies im Protokoll fest und erteilt die Klagebewilligung:</P><P>…</P><LIST TYPE="alpha"><ITEM><NP><NO.P>b.</NO.P><TXT>… der klagenden Partei.</TXT></NP></ITEM></LIST><P>…</P><P><HT TYPE="SUP">3</HT> Nach Eröffnung berechtigt die Klagebewilligung während dreier Monate zur Einreichung der Klage beim Gericht.<QUOT.END REF.START="QS0022" CODE="201C" ID="QE0022"/></P></ALINEA></QUOT.S></NP.ECR></GR.SEQ></GR.SEQ><GR.SEQ LEVEL="1"><TITLE><TI><P><HT TYPE="BOLD">Sachverhalt, Verfahren und Vorlagefrage</HT></P></TI></TITLE><NP.ECR IDENTIFIER="NP0011"><NO.P>11.</NO.P><TXT>Frau Schlömp, wohnhaft in der Schweiz, ist die Tochter von Frau H. S., die aufgrund ihrer Pflegebedürftigkeit ergänzende Sozialhilfeleistungen vom Landratsamt Schwäbisch Hall erhält.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0012"><NO.P>12.</NO.P><TXT>Nach deutschem Recht gehen öffentlich bewilligte Leistungen auf den Sozialträger über, die bei vorhandener Leistungsfähigkeit gegenüber Kindern der Empfänger im Regressweg geltend gemacht werden können.</TXT></NP.ECR><?PAGE NO="4"?><NP.ECR IDENTIFIER="NP0013"><NO.P>13.</NO.P><TXT>Um seine Rückzahlungsforderung geltend zu machen, reichte das Landratsamt Schwäbisch Hall am <DATE ISO="20151016">16. Oktober 2015</DATE> bei der nach Schweizer Recht zuständigen Schlichtungsbehörde des Friedensrichteramts des Kreises Reiat, Kanton Schaffhausen (Schweiz, im Folgenden: Friedensrichteramt), ein Schlichtungsgesuch gegenüber Frau Schlömp ein. In dem Schlichtungsgesuch wurde ein Mindestbetrag von <FT TYPE="NUMBER">5000</FT> Euro unter dem Vorbehalt entsprechender Klageänderung bei vollständiger Auskunftserteilung durch Frau Schlömp gefordert.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0014"><NO.P>14.</NO.P><TXT>Da sich die Parteien des dortigen Verfahrens nicht einigen konnten, stellte das Friedensrichteramt am <DATE ISO="20160125">25. Januar 2016</DATE> eine Klagebewilligung aus, die den Prozessbevollmächtigten des Landratsamts Schwäbisch Hall am <DATE ISO="20160126">26. Januar 2016</DATE> zugestellt wurde.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0015"><NO.P>15.</NO.P><TXT>Am <DATE ISO="20160511">11. Mai 2016</DATE> wurde vor dem Kantonsgericht Schaffhausen (Schweiz) die Klage gegen Frau Schlömp auf Zahlung eines Mindestunterhaltsbetrags und Erteilung einer zusätzlichen Auskunft eingereicht.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0016"><NO.P>16.</NO.P><TXT>In der Zwischenzeit, d. h. nach der Einleitung des Schlichtungsverfahrens, jedoch bevor die Sache vor das Kantonsgericht Schaffhausen gebracht wurde, hatte Frau Schlömp mit Klageschrift vom <DATE ISO="20160219">19. Februar 2016</DATE>, zunächst am <DATE ISO="20160222">22. Februar 2016</DATE> beim Amtsgericht (Familiengericht) Schwäbisch Hall (Deutschland) eingegangen, einen Antrag auf Feststellung eingereicht, dass sie keinen Unterhalt aus übergegangenem Recht schulde.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0017"><NO.P>17.</NO.P><TXT>Das nach Art. 3 Buchst. a bzw. b der Verordnung (EG) Nr. 4/2009 des Rates<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0005"><P>Verordnung vom <DATE ISO="20081218">18. Dezember 2008</DATE> über die Zuständigkeit, das anwendbare Recht, die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen und die Zusammenarbeit in Unterhaltssachen (<REF.DOC.OJ COLL="L" NO.OJ="007" PAGE.FIRST="1" DATE.PUB="2009">ABl. 2009, L 7, S. 1</REF.DOC.OJ>).</P></NOTE> angerufene Familiengericht Schwäbisch Hall erklärte sich mit Beschluss vom <DATE ISO="20160307">7. März 2016</DATE> für örtlich unzuständig und verwies das Verfahren an das Amtsgericht (Familiengericht) Stuttgart, wo es am <DATE ISO="20160321">21. März 2016</DATE> einging.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0018"><NO.P>18.</NO.P><TXT>Nach Zustellung des Antrags an das Landratsamt Schwäbisch Hall am <DATE ISO="20160426">26. April 2016</DATE> beantragte dieses am <DATE ISO="20160517">17. Mai 2016</DATE> die Abweisung des Antrags, da einer Antragsbefassung durch das Amtsgericht (Familiengericht) Stuttgart die anderweitige Rechtshängigkeit <HT TYPE="ITALIC">(lis pendens)</HT> des in der Schweiz geführten Verfahrens entgegenstehe, weshalb das deutsche Gericht das Verfahren nach Art. 27 Abs. 1 des Lugano‑II-Übereinkommens auszusetzen habe.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0019"><NO.P>19.</NO.P><TXT>Frau Schlömp wendet sich gegen eine Aussetzung, da es sich bei der Schlichtungsbehörde nicht um ein <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0023" ID="QS0023"/>Gericht<QUOT.END REF.START="QS0023" CODE="201C" ID="QE0023"/> im Sinne des Lugano‑II-Übereinkommens handle.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0020"><NO.P>20.</NO.P><TXT>Im Rahmen dieses Verfahrens hat das Amtsgericht Stuttgart mit Beschluss vom <DATE ISO="20160808">8. August 2016</DATE>, beim Gerichtshof eingegangen am <DATE ISO="20160822">22. August 2016</DATE>, die folgende Frage zur Vorabentscheidung vorgelegt:</TXT><P>Unterfällt auch eine Schlichtungsbehörde nach Schweizer Recht dem Begriff des <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0024" ID="QS0024"/>Gerichts<QUOT.END REF.START="QS0024" CODE="201C" ID="QE0024"/> im Anwendungsbereich der Art. 27 und 30 des Lugano‑II-Übereinkommens?</P></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0021"><NO.P>21.</NO.P><TXT>Die Parteien des Ausgangsverfahrens haben wie die Schweizer Regierung und die Europäische Kommission schriftliche Erklärungen abgegeben. Frau Schlömp, die Schweizer Regierung und die Europäische Kommission haben darüber hinaus in der Sitzung vom <DATE ISO="20170705">5. Juli 2017</DATE> mündlich verhandelt.</TXT></NP.ECR></GR.SEQ><?PAGE NO="5"?><GR.SEQ LEVEL="1"><TITLE><TI><P><HT TYPE="BOLD">Würdigung</HT></P></TI></TITLE><NP.ECR IDENTIFIER="NP0022"><NO.P>22.</NO.P><TXT>Mit seiner Frage, ob eine Schlichtungsbehörde nach Schweizer Recht dem Begriff des <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0025" ID="QS0025"/>Gerichts<QUOT.END REF.START="QS0025" CODE="201C" ID="QE0025"/> im Anwendungsbereich der Art. 27 und 30 des Lugano‑II-Übereinkommens unterfällt, möchte das vorlegende Gericht wissen, ob in einem Fall wie dem des Ausgangsverfahrens ein Gericht im Sinne von Art. 27 Abs. 1 des Lugano‑II-Übereinkommens angerufen wurde.</TXT></NP.ECR><GR.SEQ LEVEL="2"><TITLE><TI><P><HT TYPE="BOLD"><HT TYPE="ITALIC">Vorbemerkungen</HT></HT></P></TI></TITLE><NP.ECR IDENTIFIER="NP0023"><NO.P>23.</NO.P><TXT>Rechtsprechung des Gerichtshofs zur Lugano‑Regelung existiert nur vereinzelt<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0006"><P>Im Gutachten <REF.DOC.ECR><NO.CASE>1/03</NO.CASE> (<NAME.CASE>Neues Übereinkommen von Lugano</NAME.CASE>) vom <DATE ISO="20060207">7. Februar 2006</DATE> (<NO.ECLI ECLI="ECLI:EU:C:2006:81">EU:C:2006:81</NO.ECLI></REF.DOC.ECR>) hat der Gerichtshof festgestellt, dass der Abschluss des Lugano‑II-Übereinkommens vollständig in die ausschließliche Zuständigkeit der (damaligen) Europäischen Gemeinschaft fiel. Im Urteil vom <REF.DOC.ECR><DATE ISO="20141204">4. Dezember 2014</DATE>, <NAME.CASE>H</NAME.CASE> (<NO.CASE>C‑295/13</NO.CASE>, <NO.ECLI ECLI="ECLI:EU:C:2014:2410">EU:C:2014:2410</NO.ECLI>, Rn. <REF.NP.ECR REF="NP0032">32</REF.NP.ECR></REF.DOC.ECR>), befasste sich der Gerichtshof mit der Abgrenzung des Anwendungsbereichs zwischen einerseits der Verordnung (EG) Nr. 1346/2000 des Rates vom <DATE ISO="20000529">29. Mai 2000</DATE> über Insolvenzverfahren (<REF.DOC.OJ COLL="L" NO.OJ="160" PAGE.FIRST="1" DATE.PUB="2000">ABl. 2000, L 160, S. 1</REF.DOC.OJ>) sowie andererseits der Verordnung Nr. 44/2001 und des Lugano‑II-Übereinkommens und stellte im Hinblick auf diese Abgrenzung fest, dass die beiden letztgenannten Rechtsinstrumente gleich auszulegen seien.</P></NOTE>, da das Lugano‑Übereinkommen von 1988<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0007"><P>Übereinkommen vom <DATE ISO="19880916">16. September 1988</DATE> über die gerichtliche Zuständigkeit und die Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen (88/592/EWG) (<REF.DOC.OJ COLL="L" NO.OJ="319" PAGE.FIRST="9" DATE.PUB="1988">ABl. 1988, L 319, S. 9</REF.DOC.OJ>).</P></NOTE> nicht in dessen Zuständigkeit fiel und es seit dem Inkrafttreten des Lugano‑II-Übereinkommens am <DATE ISO="20100101">1. Januar 2010</DATE> nur wenige Rechtssachen gab<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0008"><P>Es sei darauf hingewiesen, dass das Lugano-II-Übereinkommen für die Europäische Union, Dänemark (das wegen seiner Nichtbeteiligung in Zivilsachen eine eigenständige Vertragspartei ist) und Norwegen an diesem Datum in Kraft getreten ist. In der Schweiz trat es ein Jahr später am <DATE ISO="20110101">1. Januar 2011</DATE> in Kraft. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass das Übereinkommen in Island am <DATE ISO="20110501">1. Mai 2011</DATE> in Kraft trat.</P></NOTE>. Da das Ziel des Lugano‑II-Übereinkommens darin besteht, die rechtliche und wirtschaftliche Zusammenarbeit zu verstärken, indem die Grundsätze der Verordnung Nr. 44/2001<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0009"><P>Die mittlerweile durch die Verordnung (EU) Nr. 1215/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates vom <DATE ISO="20121212">12. Dezember 2012</DATE> über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen (<REF.DOC.OJ COLL="L" NO.OJ="351" PAGE.FIRST="1" DATE.PUB="2012">ABl. 2012, L 351, S. 1</REF.DOC.OJ>) ersetzt wurde.</P></NOTE> auf die Vertragsparteien ausgedehnt werden, ist es vor dem Hintergrund eines fortwährenden Zusammenspiels zwischen der Brüssel-Regelung und der Lugano-Regelung zu sehen.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0024"><NO.P>24.</NO.P><TXT>Der Gerichtshof hat daher früher entschieden, dass das Lugano‑II-Übereinkommen den gleichen Zweck hat wie die Verordnung Nr. 44/2001. Ihre Bestimmungen schaffen das gleiche System, insbesondere durch die Verwendung von Zuständigkeitsvorschriften, die eine Kohärenz der beiden Rechtsinstrumente sicherstellen<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0010"><P>Vgl. Gutachten <REF.DOC.ECR><NO.CASE>1/03</NO.CASE> (<NAME.CASE>Neues Übereinkommen von Lugano</NAME.CASE>) vom <DATE ISO="20060207">7. Februar 2006</DATE> (<NO.ECLI ECLI="ECLI:EU:C:2006:81">EU:C:2006:81</NO.ECLI>, Rn. <REF.NP.ECR REF="NP0152">152</REF.NP.ECR></REF.DOC.ECR>). Dies spiegelt sich außerdem im vierten Erwägungsgrund des Beschlusses des Rates vom <DATE ISO="20091127">27. November 2009</DATE> betreffend den Abschluss des Lugano‑II-Übereinkommens (2009/430/EG) (<REF.DOC.OJ COLL="L" NO.OJ="147" PAGE.FIRST="1" DATE.PUB="2009">ABl. 2009, L 147, S. 1</REF.DOC.OJ>) wider, in dem es heißt, dass angesichts der Parallelität zwischen den Bestimmungen des Brüsseler Übereinkommens und des Übereinkommens von Lugano die Bestimmungen des Übereinkommens von Lugano an die der Verordnung Nr. 44/2001 angepasst werden sollten, damit Urteile im Rechtsverkehr zwischen den Mitgliedstaaten der Union und mit den betreffenden EFTA-Staaten in gleicher Weise Geltung erhalten.</P></NOTE>.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0025"><NO.P>25.</NO.P><TXT>Insofern als die Verordnung Nr. 44/2001 das Brüsseler Übereinkommen<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0011"><P>Übereinkommen vom <DATE ISO="19680927">27. September 1968</DATE> über die gerichtliche Zuständigkeit und die Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen (<REF.DOC.OJ COLL="L" NO.OJ="299" PAGE.FIRST="32" DATE.PUB="1972">ABl. 1972, L 299, S. 32</REF.DOC.OJ>) mit nachfolgenden Änderungen durch Übereinkommen über den Beitritt weiterer Mitgliedstaaten zu diesem Übereinkommen.</P></NOTE> ersetzt, gilt die Auslegung der Bestimmungen dieses Übereinkommens durch den Gerichtshof auch für die der Verordnung, soweit die Bestimmungen dieser Unionsrechtsakte als gleichwertig angesehen werden können<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0012"><P>Vgl. Urteil vom <REF.DOC.ECR><DATE ISO="20160616">16. Juni 2016</DATE>, <NAME.CASE>Universal Music International Holding</NAME.CASE> (<NO.CASE>C‑12/15</NO.CASE>, <NO.ECLI ECLI="ECLI:EU:C:2016:449">EU:C:2016:449</NO.ECLI>, Rn. <REF.NP.ECR REF="NP0022">22</REF.NP.ECR></REF.DOC.ECR> und die dort angeführte Rechtsprechung).</P></NOTE>. Das Gleiche gilt für die Verordnungen Nr. 44/2001 und Nr. 1215/2012<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0013"><P>Vgl. Urteil vom <REF.DOC.ECR><DATE ISO="20161116">16. November 2016</DATE>, <NAME.CASE>Schmidt</NAME.CASE> (<NO.CASE>C‑417/15</NO.CASE>, <NO.ECLI ECLI="ECLI:EU:C:2016:881">EU:C:2016:881</NO.ECLI>, Rn. <REF.NP.ECR REF="NP0026">26</REF.NP.ECR></REF.DOC.ECR>).</P></NOTE>.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0026"><NO.P>26.</NO.P><TXT>Meiner Ansicht nach sollte die gleiche Parallelität der Auslegung grundsätzlich auch auf die <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0026" ID="QS0026"/>Brüssel-Regelung<QUOT.END REF.START="QS0026" CODE="201C" ID="QE0026"/> Anwendung finden, also das Brüsseler Übereinkommen, die Verordnungen Nr. 44/2001 und Nr. 1215/2012 sowie das Lugano‑II-Übereinkommen. Ich bin mir durchaus der Tatsache bewusst, dass das Lugano‑II-Übereinkommen im Gegensatz zur Brüssel-Regelung nicht nur<?PAGE NO="6"?> Mitgliedstaaten der EU umfasst. Dennoch steht meines Erachtens angesichts dessen, dass der Grundgedanke und der klar definierte Gegenstand des Lugano‑II-Übereinkommens dem der Brüssel-Regelung eindeutig ähnlich ist<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0014"><P>Zudem haben alle drei durch das Übereinkommen gebundenen Nicht-EU-Staaten enge Verbindungen mit dem EU-Binnenmarkt, entweder als Mitglieder des Europäischen Wirtschaftsraums (Island und Norwegen) oder durch umfassende bilaterale Abkommen (Schweiz).</P></NOTE>, grundsätzlich dem nichts entgegen, eine Analogie zwischen gleichwertigen Bestimmungen des Lugano‑II-Übereinkommens und den Verordnungen Nr. 44/2001 und Nr. 1215/2012 herzustellen.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0027"><NO.P>27.</NO.P><TXT>Des Weiteren bestimmt Art. 1 des Protokolls 2 des Lugano‑II-Übereinkommens über die einheitliche Auslegung des Übereinkommens und den ständigen Ausschuss<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0015"><P><REF.DOC.OJ COLL="L" NO.OJ="339" PAGE.FIRST="27" DATE.PUB="2007">ABl. 2007, L 339, S. 27</REF.DOC.OJ>.</P></NOTE>, dass jedes Gericht, das das Übereinkommen anwendet und auslegt, den Grundsätzen gebührend Rechnung trägt, die in Entscheidungen von Gerichten der durch das Übereinkommen gebundenen Staaten sowie in Entscheidungen des Gerichtshofs zu den Bestimmungen des Übereinkommens oder zu ähnlichen Bestimmungen des Lugano‑Übereinkommens von 1988 und der in Art. 64 Abs. 1 des Lugano‑II-Übereinkommens genannten Rechtsinstrumente entwickelt worden sind. Art. 64 Abs. 1 des Lugano‑II-Übereinkommens verweist auf die Verordnung Nr. 44/2001. Daraus schließe ich auf eine Rechtspflicht der betreffenden Gerichte einschließlich des Gerichtshofs, gleichwertige Vorschriften einheitlich auszulegen<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0016"><P>Dies findet sich auch im letzten Erwägungsgrund des Protokolls 2 wieder, nach dem die Hohen Vertragsparteien danach streben, voneinander abweichende Auslegungen zu vermeiden und zu einer möglichst einheitlichen Auslegung der Bestimmungen des Lugano‑II-Übereinkommens und der Verordnung Nr. 44/2001, die in ihrem wesentlichen Gehalt in das Lugano‑II-Übereinkommen übernommen worden sind, zu gelangen.</P></NOTE>.</TXT></NP.ECR></GR.SEQ><GR.SEQ LEVEL="2"><TITLE><TI><P><HT TYPE="BOLD"><HT TYPE="ITALIC">Anwendbarkeit des Lugano‑II-Übereinkommens</HT></HT></P></TI></TITLE><NP.ECR IDENTIFIER="NP0028"><NO.P>28.</NO.P><TXT>Das Lugano‑II-Übereinkommen ist gemäß seinem Art. 64 Abs. 2 Buchst. b in jedem Fall anzuwenden bei Rechtshängigkeit oder im Zusammenhang stehenden Verfahren im Sinne der Art. 27 und 28, wenn Verfahren in einem Staat anhängig gemacht werden, in dem das Übereinkommen, aber keines der in Art. 64 Abs. 1 des Übereinkommens aufgeführten Rechtsinstrumente gilt, und in einem Staat, in dem sowohl das Übereinkommen als auch eines der in Art. 64 Abs. 1 des Übereinkommens aufgeführten Rechtsinstrumente gilt.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0029"><NO.P>29.</NO.P><TXT>Art. 64 Abs. 1 des Lugano‑II-Übereinkommens verweist wiederum auf die Verordnung Nr. 44/2001 einschließlich deren Änderungen.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0030"><NO.P>30.</NO.P><TXT>Zum Zeitpunkt des Entwurfs und des anschließenden Erlasses des Lugano‑II-Übereinkommens erfasste die Verordnung Nr. 44/2001 Unterhaltssachen. Daher spielt es keine Rolle, dass die anschließend erlassene Verordnung Nr. 4/2009<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0017"><P>Gemäß Art. 3 Abs. 1 Buchst. a der Verordnung Nr. 4/2009 ist für Entscheidungen in Unterhaltssachen in den Mitgliedstaaten das Gericht des Ortes zuständig, an dem der Beklagte seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat.</P></NOTE> nicht in Art. 64 Abs. 1 des Lugano‑II-Übereinkommens angeführt ist<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0018"><P>Der Verweis auf die Verordnung Nr. 44/2001 ist daher so zu verstehen, dass er auch die Verordnung Nr. 4/2009 umfasst, da Art. 68 Abs. 1 der Verordnung Nr. 4/2009 bestimmt, dass diese Verordnung die Verordnung Nr. 44/2001 dahin gehend ändert, dass deren für Unterhaltssachen geltende Bestimmungen ersetzt werden. Dies ergibt sich auch aus dem 44. Erwägungsgrund der Verordnung Nr. 4/2009, nach dem die Verordnung Nr. 4/2009 die Verordnung Nr. 44/2001 ändern sollte, indem sie deren auf Unterhaltssachen anwendbare Bestimmungen ersetzt; vorbehaltlich der Übergangsbestimmungen der Verordnung Nr. 4/2009 sollten die Mitgliedstaaten bei Unterhaltssachen ab dem Zeitpunkt der Anwendbarkeit der Verordnung Nr. 4/2009 die Bestimmungen der Verordnung Nr. 4/2009 über die Zuständigkeit, die Anerkennung, die Vollstreckbarkeit und die Vollstreckung von Entscheidungen und über die Prozesskostenhilfe anstelle der entsprechenden Bestimmungen der Verordnung Nr. 44/2001 anwenden.</P></NOTE>.</TXT></NP.ECR></GR.SEQ><?PAGE NO="7"?><GR.SEQ LEVEL="2"><TITLE><TI><P><HT TYPE="BOLD"><HT TYPE="ITALIC">Rechtshängigkeit</HT></HT></P></TI></TITLE><NP.ECR IDENTIFIER="NP0031"><NO.P>31.</NO.P><TXT>Wie aus dem Vorabentscheidungsersuchen hervorgeht, stimmen die beiden Verfahren insofern überein, als sie denselben Anspruch und Gegenstand zwischen den beiden Parteien betreffen. Der Anspruch umfasst den Sachverhalt und die Rechtsgrundlage, auf die die Klage gestützt ist<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0019"><P>Vgl. Urteil vom <REF.DOC.ECR><DATE ISO="19941206">6. Dezember 1994</DATE>, <NAME.CASE>Tatry</NAME.CASE> (<NO.CASE>C‑406/92</NO.CASE>, <NO.ECLI ECLI="ECLI:EU:C:1994:400">EU:C:1994:400</NO.ECLI>, Rn. <REF.NP.ECR REF="NP0039">39</REF.NP.ECR></REF.DOC.ECR>). Es sei darauf hingewiesen, dass weder die englische noch die deutsche Sprachfassung von Art. 27 des Lugano-II-Übereinkommens – im Gegensatz zu anderen Sprachfassungen – zwischen der <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0027" ID="QS0027"/>Grundlage<QUOT.END REF.START="QS0027" CODE="201C" ID="QE0027"/> und dem <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0028" ID="QS0028"/>Gegenstand<QUOT.END REF.START="QS0028" CODE="201C" ID="QE0028"/> einer Klage unterscheidet. Die englische Sprachfassung beschränkt sich auf <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0029" ID="QS0029"/>cause<QUOT.END REF.START="QS0029" CODE="201C" ID="QE0029"/>, während in der deutschen Sprachfassung von demselben <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0030" ID="QS0030"/>Anspruch<QUOT.END REF.START="QS0030" CODE="201C" ID="QE0030"/> die Rede ist.</P></NOTE>, und ihr Gegenstand besteht in dem Zweck der Klage<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0020"><P>Vgl. Urteil vom <REF.DOC.ECR><DATE ISO="19941206">6. Dezember 1994</DATE>, <NAME.CASE>Tatry</NAME.CASE> (<NO.CASE>C‑406/92</NO.CASE>, <NO.ECLI ECLI="ECLI:EU:C:1994:400">EU:C:1994:400</NO.ECLI>, Rn. <REF.NP.ECR REF="NP0041">41</REF.NP.ECR></REF.DOC.ECR>).</P></NOTE>. Es reicht aus, dass die Klagen im Wesentlichen den gleichen Gegenstand aufweisen; sie müssen nicht vollständig identisch sein<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0021"><P>Vgl. Urteil vom <REF.DOC.ECR><DATE ISO="19871208">8. Dezember 1987</DATE>, <NAME.CASE>Gubisch Maschinenfabrik</NAME.CASE> (<NO.CASE>144/86</NO.CASE>, <NO.ECLI ECLI="ECLI:EU:C:1987:528">EU:C:1987:528</NO.ECLI>, Rn. <REF.NP.ECR REF="NP0017">17</REF.NP.ECR></REF.DOC.ECR>). Somit hat der Gerichtshof nach diesen Maßstäben das Vorliegen desselben Anspruchs bejaht, wenn die erste Klage auf Erfüllung eines Vertrags, die zweite Klage dagegen auf die Feststellung der Unwirksamkeit oder Auflösung des Vertrags gerichtet ist, vgl. Urteil vom <REF.DOC.ECR><DATE ISO="19871208">8. Dezember 1987</DATE>, <NAME.CASE>Gubisch Maschinenfabrik</NAME.CASE> (<NO.CASE>144/86</NO.CASE>, <NO.ECLI ECLI="ECLI:EU:C:1987:528">EU:C:1987:528</NO.ECLI>, Rn. <REF.NP.ECR REF="NP0016">16</REF.NP.ECR></REF.DOC.ECR>).</P></NOTE>. Auch der umgekehrte Fall, in dem eine Klage auf die Feststellung, dass der Kläger für einen Schaden nicht haftbar ist, und eine anschließende Schadensersatzklage erhoben wurden, war Gegenstand eines Urteils<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0022"><P>Vgl. Urteil vom <REF.DOC.ECR><DATE ISO="19941206">6. Dezember 1994</DATE>, <NAME.CASE>Tatry</NAME.CASE> (<NO.CASE>C‑406/92</NO.CASE>, <NO.ECLI ECLI="ECLI:EU:C:1994:400">EU:C:1994:400</NO.ECLI>, Rn. <REF.NP.ECR REF="NP0043">43</REF.NP.ECR></REF.DOC.ECR>).</P></NOTE>. In diesem Zusammenhang hat die zweite Klage den gleichen Gegenstand wie die erste, da die Frage des Bestehens oder Nichtbestehens einer Haftung im Mittelpunkt der Verfahren steht. Die verschiedenen Klageanträge bedeuten nicht, dass beide Klagen unterschiedliche Gegenstände hätten<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0023"><P>Ebd.</P></NOTE>.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0032"><NO.P>32.</NO.P><TXT>Somit liegt sowohl der Klage in der Schweiz auf Zahlung und Auskunft als auch dem negativen Feststellungsantrag in Deutschland derselbe Lebenssachverhalt, also dieselbe Unterhaltsbeziehung, resultierend aus einem konkreten Familienverhältnis, zugrunde, einschließlich der Frage, ob und inwieweit Frau Schlömp Unterhalt aus übergegangenem Recht schuldet oder nicht.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0033"><NO.P>33.</NO.P><TXT>Lässt man das Lugano‑II-Übereinkommen außer Betracht, wurde nach dem Schweizer Recht in der vorliegenden Rechtssache ein Gericht angerufen, so dass eindeutig ein Fall von Rechtshängigkeit vorliegt. Gemäß Art. 62 Abs. 1 der Zivilprozessordnung wird die Rechtshängigkeit u. a. durch die Einreichung eines Schlichtungsgesuchs oder einer Klage begründet. Art. 9 Abs. 2 des Schweizer Bundesgesetzes über das Internationale Privatrecht bestimmt außerdem, dass zur Feststellung, wann eine Klage in der Schweiz hängig gemacht worden ist, der Zeitpunkt der ersten, für die Klageeinleitung notwendigen Verfahrenshandlung maßgebend ist und dass als solche die Einleitung des Schlichtungsverfahrens genügt.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0034"><NO.P>34.</NO.P><TXT>Aber was ist mit den Bestimmungen über die Rechtshängigkeit nach dem Lugano‑II-Übereinkommen?</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0035"><NO.P>35.</NO.P><TXT>Der Zweck dieser Bestimmungen besteht darin, einander widersprechende Gerichtsentscheidungen aus verschiedenen Vertragsstaaten zu verhindern<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0024"><P>Vgl. Mabillard, R., in Oetiker, C., Weibel, T. (Hrsg.), <HT TYPE="ITALIC">Basler Kommentar Lugano-Übereinkommen</HT>, 2. Aufl., Helbing Lichtenhahn Verlag, Basel, 2016, Art. 27, Rn. 1.</P></NOTE>. Hierzu wurde im Lugano‑II-Übereinkommen eine Regelung eingerichtet, mit der das Risiko von Parallelverfahren in verschiedenen Vertragsstaaten beschränkt werden soll.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0036"><NO.P>36.</NO.P><TXT>Werden bei Gerichten verschiedener durch das Übereinkommen gebundener Staaten Klagen wegen desselben Anspruchs zwischen denselben Parteien anhängig gemacht, so setzt das später angerufene Gericht das Verfahren von Amts wegen aus, bis die Zuständigkeit des zuerst angerufenen Gerichts feststeht (Art. 27 Abs. 1 des Lugano‑II-Übereinkommens). Art. 27 Abs. 2 des Lugano‑II-Übereinkommens bestimmt wiederum, dass sich das später angerufene Gericht, sobald die Zuständigkeit des zuerst angerufenen Gerichts feststeht, zugunsten dieses Gerichts für unzuständig erklärt.</TXT></NP.ECR><?PAGE NO="8"?><NP.ECR IDENTIFIER="NP0037"><NO.P>37.</NO.P><TXT>Art. 27 des Lugano‑II-Übereinkommens enthält somit eine Regelung zugunsten des zuerst angerufenen Gerichts nach dem Motto <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0031" ID="QS0031"/>wer zuerst kommt, mahlt zuerst<QUOT.END REF.START="QS0031" CODE="201C" ID="QE0031"/>. Nach dieser Bestimmung hat ein nicht zuerst angerufenes Gericht das Verfahren auszusetzen.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0038"><NO.P>38.</NO.P><TXT>Die Frage, <HT TYPE="ITALIC">wann</HT> ein Gericht als zuerst angerufen gilt, wird in Art. 30 des Lugano‑II-Übereinkommens behandelt.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0039"><NO.P>39.</NO.P><TXT>Nach Art. 30 Nr. 1 dieses Übereinkommens gilt ein Gericht zu dem Zeitpunkt als angerufen, zu dem das verfahrenseinleitende Schriftstück oder ein gleichwertiges Schriftstück bei Gericht eingereicht worden ist, vorausgesetzt, dass der Kläger es in der Folge nicht versäumt hat, die ihm obliegenden Maßnahmen zu treffen, um die Zustellung des Schriftstücks an den Beklagten zu bewirken.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0040"><NO.P>40.</NO.P><TXT>Die frühere Regelung zur Feststellung der Rechtshängigkeit nach dem Lugano‑Übereinkommen von 1988 enthielt keine mit Art. 30 des Lugano‑II-Übereinkommens vergleichbare Bestimmung. Es gab keine unabhängige Definition des Zeitpunkts, zu dem eine Klage als bei einem Gericht anhängig zu betrachten ist. Infolgedessen war es Sache des nationalen Rechts, den Zeitpunkt festzulegen, zu dem ein Gericht als in einer Sache angerufen gilt<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0025"><P>Vgl. Urteil vom <REF.DOC.ECR><DATE ISO="19840607">7. Juni 1984</DATE>, <NAME.CASE>Zelger</NAME.CASE> (<NO.CASE>129/83</NO.CASE>, <NO.ECLI ECLI="ECLI:EU:C:1984:215">EU:C:1984:215</NO.ECLI>, Rn <REF.NP.ECR REF="NP0015">15</REF.NP.ECR></REF.DOC.ECR>).</P></NOTE>.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0041"><NO.P>41.</NO.P><TXT>Nach dem Lugano‑II-Übereinkommen<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0026"><P>Das übrigens insofern Art. 30 der Verordnung Nr. 44/2001 wiedergibt. Zu dieser Bestimmung vgl. Urteil vom <REF.DOC.ECR><DATE ISO="20170504">4. Mai 2017</DATE>, <NAME.CASE>HanseYachts</NAME.CASE> (<NO.CASE>C‑29/16</NO.CASE>, <NO.ECLI ECLI="ECLI:EU:C:2017:343">EU:C:2017:343</NO.ECLI>, Rn. <REF.NP.ECR REF="NP0030">30</REF.NP.ECR></REF.DOC.ECR>), in dem der Gerichtshof feststellt, dass der Zweck dieser Bestimmung darin liege, die rechtlichen Unsicherheiten, die aus der großen Vielfalt der Regelungen der Mitgliedstaaten über die Bestimmung des Zeitpunkts, von dem an ein Gericht als angerufen gilt, entstanden, durch eine sachliche Vorschrift zu mindern, die die Bestimmung dieses Zeitpunkts einfach und einheitlich ermöglichen sollte.</P></NOTE> liegt somit nun eine unabhängige Definition des Zeitpunkts vor, zu dem ein Gericht zuerst angerufen wurde.</TXT></NP.ECR></GR.SEQ><GR.SEQ LEVEL="2"><TITLE><TI><P><HT TYPE="BOLD"><HT TYPE="ITALIC">Schlichtungsverfahren</HT></HT></P></TI></TITLE><NP.ECR IDENTIFIER="NP0042"><NO.P>42.</NO.P><TXT>Jedoch enthält weder Art. 27 noch Art. 30 des Lugano‑II-Übereinkommens einen Hinweis darauf, wie in einer Situation zu verfahren ist, in der das nationale Recht ein vorangehendes Schlichtungsverfahren erfordert.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0043"><NO.P>43.</NO.P><TXT>Zwar mag der Wortlaut dieser Bestimmungen (<QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0032" ID="QS0032"/>des zuerst angerufenen Gerichts<QUOT.END REF.START="QS0032" CODE="201C" ID="QE0032"/> und <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0033" ID="QS0033"/>bei Gericht eingereicht<QUOT.END REF.START="QS0033" CODE="201C" ID="QE0033"/>) eindeutig erscheinen, jedoch bin ich der Auffassung, dass man nicht schematisch auf den Begriff <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0034" ID="QS0034"/>Gericht<QUOT.END REF.START="QS0034" CODE="201C" ID="QE0034"/> abstellen, sondern vielmehr das durch diese Bestimmungen festlegte Verfahren in funktionaler Weise auslegen sollte.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0044"><NO.P>44.</NO.P><TXT>Unter diesen Umständen halte ich die Ansicht für unzutreffend, dass die Bestimmung der Rechtshängigkeit ausschließlich Sache des nationalen Rechts sei. Wie anhand der Einführung von Art. 30 des Lugano‑II-Übereinkommens zu sehen ist, gibt es eine Tendenz zu einer weiteren <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0035" ID="QS0035"/>Verselbständigung<QUOT.END REF.START="QS0035" CODE="201C" ID="QE0035"/> der Bestimmungen über die Rechtshängigkeit. Im Hinblick auf einige offene Fragen auf nationales Recht zurückzugreifen, widerspräche dieser Tendenz.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0045"><NO.P>45.</NO.P><TXT>Ebenso wenig bin ich der Ansicht, dass man den Begriff <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0036" ID="QS0036"/>Gericht<QUOT.END REF.START="QS0036" CODE="201C" ID="QE0036"/> in den Art. 27 und 30 des Lugano‑II-Übereinkommens formal und starr deuten sollte, wodurch automatisch Verfahren vor Behörden ausgeschlossen werden, die im abstrakten Sinn dieses Begriffs nicht als <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0037" ID="QS0037"/>Gericht<QUOT.END REF.START="QS0037" CODE="201C" ID="QE0037"/> einzuordnen sind.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0046"><NO.P>46.</NO.P><TXT>Die Antwort auf dieses Problem ist meiner Ansicht nach in der Mitte zwischen den gerade beschriebenen Extremen zu finden. Es sollte eine funktionale Auslegung stattfinden.</TXT></NP.ECR><?PAGE NO="9"?><NP.ECR IDENTIFIER="NP0047"><NO.P>47.</NO.P><TXT>Man sollte daher einen Fall der Rechtshängigkeit annehmen, wenn, wie in der vorliegenden Rechtssache, ein Schlichtungsverfahren ein zwingender Schritt ist, der unternommen werden muss, bevor eine Rechtssache vor ein Gericht gebracht werden kann, und wenn ein Schlichtungsverfahren und ein anschließendes Verfahren vor einem Gericht als zwei gesonderte (und einander ergänzende) Teile des gerichtlichen Verfahrens gelten. Dies ist in meinen Augen die einzige Möglichkeit, dem Zweck der Bestimmungen des Lugano‑II-Übereinkommens über die Rechtshängigkeit gerecht zu werden, nämlich dass das zuerst angerufene Gericht eine Sache behandelt.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0048"><NO.P>48.</NO.P><TXT>Daher ist es meines Erachtens unerheblich, ob eine Schlichtungsbehörde ein <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0038" ID="QS0038"/>Gericht<QUOT.END REF.START="QS0038" CODE="201C" ID="QE0038"/> im abstrakten Sinn des Begriffs darstellt. Bei einem Sachverhalt wie dem der vorliegenden Rechtssache, in dem die Behörde eine Klagebewilligung erteilt, ist entscheidend, dass das bei ihr durchgeführte Verfahren einen integralen Bestandteil des Verfahrens vor einem (ordentlichen) Gericht darstellt. Somit bedeutet die Anrufung der Schlichtungsbehörde, dass gemäß den Art. 27 und 30 des Lugano‑II-Übereinkommens ein Gericht angerufen wurde.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0049"><NO.P>49.</NO.P><TXT>In Übereinstimmung mit den Ausführungen der Kommission möchte ich jedoch ein weiteres Kriterium hinzufügen: Wird vor der Schlichtungsbehörde keine Einigung erzielt und erteilt diese dem Kläger die Klagebewilligung, so dass er das Recht erhält, die Klage innerhalb von drei Monaten bei Gericht einzureichen, liegt eine Rechtshängigkeit nur dann vor, wenn dieser Kläger alle ihm obliegenden erforderlichen Maßnahmen zur Weiterführung des Verfahrens vor einem Gericht getroffen hat.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0050"><NO.P>50.</NO.P><TXT>Es sei auch darauf hingewiesen, dass die Schweizer Praxis und Rechtsliteratur überwiegend dem vorgeschlagenen funktionalen Ansatz folgen, indem sie den Zeitpunkt der Anrufung der Schlichtungsbehörde als den maßgeblichen Zeitpunkt gemäß den Art. 27 und 30 des Lugano‑II-Übereinkommens ansehen<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0027"><P>Vgl. Kren Kostkiewicz, J., <HT TYPE="ITALIC">LugÜ (Kommentar)</HT>, orell füssli Verlag, Zürich, 2015, Art. 30, Rn. 3; Bucher, A., in Bucher, A. (Hrsg.), <HT TYPE="ITALIC">Convention de Lugano</HT>, Basel, 2011, Art. 30, Rn. 4; Dasser, F., in Dasser, F., Oberhammer, P. (Hrsg.), <HT TYPE="ITALIC">Lugano-Übereinkommen (LugÜ)</HT>, 2. Aufl., Stämpfli Verlag AG, Bern, 2011, Art. 27, Rn. 21; Mabillard, R. (oben in Fn. 24 angeführt), Art. 30, Rn. 11. Zur funktionalen Gleichwertigkeit in der Verordnung Nr. 1215/2012 vgl. Fentiman, R., in Magnus, U., Mankowski, P. (Hrsg.), <HT TYPE="ITALIC">Brussels I bis Regulation</HT>, Verlag Otto Schmidt, Köln, 2016, Art. 32, Rn. 6. Die Streitfrage wird offengelassen von Leible, S., in Rauscher, T. (Hrsg.), <HT TYPE="ITALIC">Brüssel Ia‑VO</HT>, 4. Aufl., Verlag Otto Schmidt, Köln, 2016, Art. 29, Rn. 6.</P></NOTE>. Außerdem ist auch der High Court of Justice of England &amp; Wales (Chancery Division) (Hoher Gerichtshof von England und Wales [Abteilung Chancery], Vereinigtes Königreich) in einer Rechtssache, die eine Schlichtungsbehörde betraf, diesem Ansatz gefolgt<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0028"><P>Urteil vom <DATE ISO="20140806">6. August 2014</DATE>, Lehman Brothers Finance AG/Klaus Tschira Stiftung GmbH &amp; Anor [2014] EWHC 2782 (Ch).</P></NOTE>.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0051"><NO.P>51.</NO.P><TXT>Im Ergebnis wird somit im Sinne der Art. 27 und 30 des Lugano‑II-Übereinkommens ein Gericht angerufen, wenn unter Umständen wie denen des Ausgangsverfahrens die Schlichtungsbehörde angerufen wird. Ein anderer Ansatz würde eine Partei, die ein gerichtliches Verfahren in einem Staat anstrengen möchte, in dem es eine Regelung wie im vorliegenden Fall gibt, systematisch benachteiligen. Dies könnte ein Problem im Hinblick auf die Waffengleichheit zwischen zwei Parteien darstellen.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0052"><NO.P>52.</NO.P><TXT>Die von mir vorgeschlagene Antwort auf die Frage des vorlegenden Gerichts lautet somit, dass in einem Fall wie dem des Ausgangsverfahrens, in dem ein Schlichtungsverfahren ein zwingender Schritt ist, der unternommen werden muss, bevor eine Rechtssache vor ein Gericht gebracht werden kann, und in dem ein Schlichtungsverfahren und ein anschließendes Verfahren vor einem Gericht als zwei gesonderte Teile des gerichtlichen Verfahrens gelten, im Sinne der Art. 27 und 30 des Lugano‑II-Übereinkommens ein Gericht zu dem Zeitpunkt angerufen wird, zu dem die Schlichtungsbehörde angerufen wird, sofern der Kläger alle ihm obliegenden erforderlichen Maßnahmen zur Weiterführung des Verfahrens vor einem Gericht getroffen hat.</TXT></NP.ECR></GR.SEQ><?PAGE NO="10"?><GR.SEQ LEVEL="2"><TITLE><TI><P><HT TYPE="BOLD"><HT TYPE="ITALIC">Schlichtungsbehörde als <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0039" ID="QS0039"/>Gericht<QUOT.END REF.START="QS0039" CODE="201C" ID="QE0039"/>?</HT></HT></P></TI></TITLE><NP.ECR IDENTIFIER="NP0053"><NO.P>53.</NO.P><TXT>Nach alledem ist die Prüfung entbehrlich, ob – abstrakt betrachtet – eine Schlichtungsbehörde wie die nach dem Schweizer Prozessrecht bestimmte als Gericht im Sinne der Art. 27 und 30 des Lugano‑II-Übereinkommens einzuordnen ist. Die nachfolgende Prüfung erfolgt daher lediglich auf hypothetischer Grundlage.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0054"><NO.P>54.</NO.P><TXT>Nach Auffassung von Frau Schlömp stellt die Schlichtungsbehörde kein <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0040" ID="QS0040"/>Gericht<QUOT.END REF.START="QS0040" CODE="201C" ID="QE0040"/> im Sinne der Art. 27 und 30 des Lugano‑II-Übereinkommens dar, nach Ansicht der Schweizer Regierung hingegen ist dies der Fall. Die Kommission beantwortet diese Frage nicht abstrakt, da sie ihre Stellungnahme nur auf die Frage konzentriert, ob eine Rechtshängigkeit vorliegt.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0055"><NO.P>55.</NO.P><TXT>In diesem Stadium ist es erforderlich, sich die Zuständigkeiten und Entscheidungsarten der Schlichtungsbehörde näher anzusehen. Nach den maßgeblichen Bestimmungen der Schweizer Zivilprozessordnung kann ein Schlichtungsverfahren auf vier Arten enden<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0029"><P>Vgl. Art. 208 bis 212 der Zivilprozessordnung.</P></NOTE>: erstens: durch Einigung der Parteien<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0030"><P>In Gestalt eines Vergleichs, einer Klageanerkennung oder eines vorbehaltlosen Klagerückzugs, vgl. Art. 208 Abs. 1 der Zivilprozessordnung.</P></NOTE>, die die Wirkung eines rechtskräftigen Entscheids hat<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0031"><P>Vgl. Art. 208 Abs. 2 der Zivilprozessordnung.</P></NOTE>. Zweitens: Kommt es – wie in der vorliegenden Rechtssache – zu keiner Einigung zwischen den Parteien, hält die Schlichtungsbehörde dies im Protokoll fest und erteilt die Klagebewilligung<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0032"><P>Vgl. Art. 209 der Zivilprozessordnung.</P></NOTE>. Drittens: Für Klagen bis zu einem Streitwert von <FT TYPE="NUMBER">2000</FT> Schweizer Franken (CHF) erlässt die Schlichtungsbehörde einen bindenden erstinstanzlichen Entscheid<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0033"><P>Vgl. Art. 212 Abs. 1 der Zivilprozessordnung.</P></NOTE>. Und viertens: Die Schlichtungsbehörde unterbreitet bei Klagen bis zu einem Streitwert von in der Regel <FT TYPE="NUMBER">5000</FT> CHF (d. h. in Fällen wie dem vorliegenden) den Parteien einen Urteilsvorschlag, der die Wirkung eines rechtskräftigen Entscheids hat, wenn ihn keine Partei innerhalb von 20 Tagen ablehnt.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0056"><NO.P>56.</NO.P><TXT>Ohne dass es notwendig wäre, den Begriff <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0041" ID="QS0041"/>Gericht<QUOT.END REF.START="QS0041" CODE="201C" ID="QE0041"/> in den Art. 27 und 30 des Lugano‑II-Übereinkommens abstrakt zu definieren, kann man meiner Ansicht nach einer Behörde wie der Schlichtungsbehörde diese Eigenschaft ganz einfach deshalb kaum absprechen, weil für sie die Bestimmungen der Zivilprozessordnung uneingeschränkt gelten und sie bindende Entscheidungen erlässt<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0034"><P>Sicherlich im ersten und dritten Fall der vorstehenden Nummer, nämlich: 1. bei einer Einigung – Vergleich, Klageanerkennung oder vorbehaltloser Klagerückzug – die gemäß Art. 208 Abs. 2 der Zivilprozessordnung rechtsverbindlich ist oder 2. bei einem Streitwert von bis zu <FT TYPE="NUMBER">2000</FT> CHF.</P></NOTE>.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0057"><NO.P>57.</NO.P><TXT>Das Lugano‑II-Übereinkommen enthält keine positive Definition dessen, was ein <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0042" ID="QS0042"/>Gericht<QUOT.END REF.START="QS0042" CODE="201C" ID="QE0042"/> ausmacht, meines Erachtens deshalb, weil es fast unmöglich ist, eine solche in einem knappen Rechtstext darzustellen. Ebenso wenig enthalten die Verordnungen Nr. 44/2001 und Nr. 1215/2012 eine solche Definition.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0058"><NO.P>58.</NO.P><TXT>Jedoch unterscheidet sich der Begriff des <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0043" ID="QS0043"/>Gerichts<QUOT.END REF.START="QS0043" CODE="201C" ID="QE0043"/> im Lugano‑II-Übereinkommen von dem in den Verordnungen Nr. 44/2001 und Nr. 1215/2012, da es einen Artikel enthält, für den es in diesen Verordnungen keine Parallele gibt: Art. 62 des Lugano‑II-Übereinkommens bestimmt, dass die Bezeichnung <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0044" ID="QS0044"/>Gericht<QUOT.END REF.START="QS0044" CODE="201C" ID="QE0044"/> jede Behörde umfasst, die von einem durch das Übereinkommen gebundenen Staat als für die in den Anwendungsbereich des Übereinkommens fallenden Rechtsgebiete zuständig bezeichnet worden ist. Nach dem erläuternden Bericht von Prof. Pocar zum Lugano‑II-Übereinkommen<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0035"><P>Selbstverständlich ist dieser Bericht erläuternder Art und rechtlich nicht bindend. Jedoch wird in Gerichtsentscheidungen zur Stützung von Argumenten, vgl. Urteil vom <REF.DOC.ECR><DATE ISO="20150521">21. Mai 2015</DATE>, <NAME.CASE>El Majdoub</NAME.CASE> (<NO.CASE>C‑322/14</NO.CASE>, <NO.ECLI ECLI="ECLI:EU:C:2015:334">EU:C:2015:334</NO.ECLI>, Rn. <REF.NP.ECR REF="NP0034">34</REF.NP.ECR></REF.DOC.ECR>), und von Generalanwälten, vgl. beispielsweise Schlussanträge des Generalanwalts Jääskinen in der Rechtssache <REF.DOC.ECR><NAME.CASE>CDC Hydrogen Peroxide</NAME.CASE> (<NO.CASE>C‑352/13</NO.CASE>, <NO.ECLI ECLI="ECLI:EU:C:2014:2443">EU:C:2014:2443</NO.ECLI></REF.DOC.ECR>, Fn. 115), auf ihn zurückgegriffen.</P></NOTE> soll dieser Wortlaut von Art. 62 des Lugano‑II-Übereinkommens dem<?PAGE NO="11"?> Begriff <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0045" ID="QS0045"/>Gericht<QUOT.END REF.START="QS0045" CODE="201C" ID="QE0045"/> eine weitere Bedeutung als dem Begriff <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0046" ID="QS0046"/>Gericht<QUOT.END REF.START="QS0046" CODE="201C" ID="QE0046"/> in der vergleichbaren Bestimmung des Lugano‑Übereinkommens von 1988 verleihen<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0036"><P>Vgl. erläuternder Bericht von Prof. Pocar zu dem am <DATE ISO="20071030">30. Oktober 2007</DATE> in Lugano unterzeichneten Übereinkommen über die gerichtliche Zuständigkeit und die Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen (<REF.DOC.OJ COLL="C" NO.OJ="319" PAGE.FIRST="1" DATE.PUB="2009">ABl. 2009, C 319, S. 1</REF.DOC.OJ>, Nr. 175).</P></NOTE>. In der Tat umfasste nach Art. Va des Protokolls Nr. 1 zum Übereinkommen von Lugano von 1988<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0037"><P>Über bestimmte Zuständigkeits-, Verfahrens- und Vollstreckungsfragen.</P></NOTE> der Begriff <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0047" ID="QS0047"/>Gericht<QUOT.END REF.START="QS0047" CODE="201C" ID="QE0047"/> auch dänische, isländische und norwegische Verwaltungsbehörden. Wie es in dem erläuternden Bericht von Prof. Pocar zum Lugano‑II-Übereinkommen heißt, hat <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0048" ID="QS0048"/>[i]m Unterschied zu der spezifischen Bestimmung in Artikel Va des Protokolls Nr. 1 – und der analogen Bestimmung in Artikel 62 der Brüssel‑I-Verordnung … – … der neue Artikel 62 allgemeinen Charakter und erfasst sogar andere als die derzeit in den durch das Übereinkommen gebundenen Staaten bestehenden Verwaltungsbehörden<QUOT.END REF.START="QS0048" CODE="201C" ID="QE0048"/><NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0038"><P>Vgl. erläuternder Bericht von Prof. Pocar zum Lugano-II-Übereinkommen (oben in Fn. 36 angeführt)</P></NOTE>.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0059"><NO.P>59.</NO.P><TXT>Demnach werden nunmehr nach dem Lugano‑II-Übereinkommen die <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0049" ID="QS0049"/>Gerichte<QUOT.END REF.START="QS0049" CODE="201C" ID="QE0049"/>, die das Übereinkommen anwenden müssen, aufgrund der von ihnen ausgeübten Funktionen und nicht nach ihrer formalen Einordnung im nationalen Recht bestimmt<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0039"><P>Ebd.</P></NOTE>. Obwohl meiner Ansicht nach der Zweck von Art. 62 des Lugano‑II-Übereinkommens darin besteht, unter den Begriff <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0050" ID="QS0050"/>Gericht<QUOT.END REF.START="QS0050" CODE="201C" ID="QE0050"/> solche Stellen zu fassen, die in einigen Staaten vollständig außerhalb des Justizsystems stehen<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0040"><P>Und nicht wie die Schlichtungsbehörde in der einen oder anderen Weise in das Justizsystem einbezogen sind.</P></NOTE>, lässt sich nicht bestreiten, dass eine weite Auslegung dieser Bestimmung beabsichtigt war und dass die Mitgliedstaaten berechtigt sind, die Behörden zu bestimmen, die für die in den Anwendungsbereich des Lugano‑II-Übereinkommens fallenden Rechtsgebiete zuständig sind<NOTE TYPE="FOOTNOTE" NUMBERING="ARAB" NUMBERING.CONTINUED="YES" NOTE.ID="E0041"><P>Folglich ist es nicht unmöglich, dass eine Stelle nach den Brüsseler Bestimmungen nicht als <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0051" ID="QS0051"/>Gericht<QUOT.END REF.START="QS0051" CODE="201C" ID="QE0051"/> gilt, nach dem Lugano‑II-Übereinkommen hingegen schon. Zum Begriff des <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0052" ID="QS0052"/>Gerichts<QUOT.END REF.START="QS0052" CODE="201C" ID="QE0052"/> nach der Verordnung Nr. 1215/2012 vgl. Urteil vom <REF.DOC.ECR><DATE ISO="20170309">9. März 2017</DATE>, <NAME.CASE>Pula Parking</NAME.CASE> (<NO.CASE>C‑551/15</NO.CASE>, <NO.ECLI ECLI="ECLI:EU:C:2017:193">EU:C:2017:193</NO.ECLI></REF.DOC.ECR>), und Schlussanträge des Generalanwalts Bobek in der Rechtssache <REF.DOC.ECR><NAME.CASE>Pula Parking</NAME.CASE> (<NO.CASE>C‑551/15</NO.CASE>, <NO.ECLI ECLI="ECLI:EU:C:2016:825">EU:C:2016:825</NO.ECLI>, Nrn. <REF.NP.ECR REF="NP0068">68</REF.NP.ECR></REF.DOC.ECR> ff.).</P></NOTE>.</TXT></NP.ECR><NP.ECR IDENTIFIER="NP0060"><NO.P>60.</NO.P><TXT>Aufgrund dessen bin ich der Meinung, dass eine Behörde, die mit den Zuständigkeiten einer Schlichtungsbehörde betraut ist und von einem Mitgliedstaat zur Ausübung gerichtlicher Funktionen bestimmt wird, in der Tat ein <QUOT.START CODE="201E" REF.END="QE0053" ID="QS0053"/>Gericht<QUOT.END REF.START="QS0053" CODE="201C" ID="QE0053"/> im Sinne der Art. 27 und 30 des Lugano‑II-Übereinkommens darstellt.</TXT></NP.ECR></GR.SEQ></GR.SEQ><GR.SEQ LEVEL="1"><TITLE><TI><P><HT TYPE="BOLD">Ergebnis</HT></P></TI></TITLE><NP.ECR IDENTIFIER="NP0061"><NO.P>61.</NO.P><TXT>Im Licht der vorstehenden Erwägungen schlage ich vor, die vom Amtsgericht Stuttgart vorgelegte Frage wie folgt zu beantworten:</TXT><P>In einem Fall wie dem des Ausgangsverfahrens, in dem ein Schlichtungsverfahren ein zwingender Schritt ist, der unternommen werden muss, bevor eine Rechtssache vor ein Gericht gebracht werden kann, und in dem ein Schlichtungsverfahren und ein anschließendes Verfahren vor einem Gericht als zwei gesonderte Teile des gerichtlichen Verfahrens gelten, wird im Sinne der Art. 27 und 30 des am <DATE ISO="20071030">30. Oktober 2007</DATE> unterzeichneten Übereinkommens über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen, das im Namen der Gemeinschaft durch den Beschluss des Rates 2009/430/EG vom <DATE ISO="20081127">27. November 2008</DATE> genehmigt wurde, ein Gericht zu dem Zeitpunkt angerufen, zu dem die Schlichtungsbehörde angerufen wird, sofern der Kläger alle ihm obliegenden erforderlichen Maßnahmen zur Weiterführung des Verfahrens vor einem Gericht getroffen hat.</P></NP.ECR></GR.SEQ></CONTENTS.CONCLUSION></CONCLUSION>