<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><CONCLUSION NNC="YES" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:noNamespaceSchemaLocation="http://formex.publications.europa.eu/schema/formex-05.00-20081231.xd"><BIB.CONCLUSION><REF.CASE FILE="ECRCJ2006DEA.1101102501.case.xml"><NO.CASE>C-486/04</NO.CASE></REF.CASE><NO.CELEX>62004C0486</NO.CELEX><NO.SEQ>0013.0001</NO.SEQ><PAGE.FIRST.ECR>11029</PAGE.FIRST.ECR><PAGE.SEQ>1</PAGE.SEQ><PAGE.LAST.ECR>11045</PAGE.LAST.ECR><PAGE.TOTAL>17</PAGE.TOTAL></BIB.CONCLUSION><CURR.TITLE><LEFT>SCHLUSSANTRÄGE VON HERRN RUIZ-JARABO — RECHTSSACHE C-486/04</LEFT><RIGHT>KOMMISSION / ITALIEN</RIGHT></CURR.TITLE><TITLE><TI><P><HT TYPE="UC">Schlussanträge des generalanwalts</HT></P><P><HT TYPE="UC">Dámaso Ruiz-Jarabo Colomer</HT></P><P>vom <DATE ISO="20060530">30. Mai 2006</DATE><NOTE NOTE.ID="E0042"><P>Originalsprache: Spanisch.</P></NOTE></P></TI></TITLE><CONTENTS.CONCLUSION><GR.SEQ LEVEL="1"><TITLE><TI><NP><NO.P>I —</NO.P><TXT>Einleitung</TXT></NP></TI></TITLE><NP><NO.P>1.</NO.P><TXT>Mit dieser gemäß Artikel 226 EG erhobenen Klage begehrt die Kommission der Europäischen Gemeinschaften die Feststellung, dass die Italienische Republik gegen ihre Verpflichtungen aus Artikel 2 Absatz 1 und 4 Absätze 1 bis 3 der Richtlinie 85/337/EWG des Rates vom <DATE ISO="19850627">27. Juni 1985</DATE> über die Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten öffentlichen und privaten Projekten<NOTE NOTE.ID="E0043" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P><REF.DOC.OJ COLL="L" NO.OJ="175" DATE.PUB="1985" PAGE.FIRST="40">ABl. L 175, S. 40</REF.DOC.OJ>.</P></NOTE> in der Fassung der Richtlinie 97/11/EG des Rates vom <DATE ISO="19970303">3. März 1997</DATE><NOTE NOTE.ID="E0044" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P><REF.DOC.OJ COLL="L" NO.OJ="073" DATE.PUB="1997" PAGE.FIRST="5">ABl. L 73, S. 5</REF.DOC.OJ>.</P></NOTE> verstoßen hat.</TXT></NP><NP><NO.P>2.</NO.P><TXT>Dem Mitgliedstaat wird vorgeworfen, zwei Verstöße begangen zu haben, indem er die Inbetriebnahme von Verwertungsanlagen genehmigt habe, ohne sie einer Umweltverträglichkeitsprüfung zu unterziehen. Einer von diesen — ein abstrakter Verstoß — hat seinen Ursprung in der nationalen Regelung, die in einem vereinfachten Verfahren zugelassene Anlagen zur Verwertung (valorización<NOTE NOTE.ID="E0045" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Dieser Begriff bezeichnet den Vorgang und das Ergebnis des <QUOT.START ID="QS0001" REF.END="QE0001" CODE="201E"/>Valorisierens<QUOT.END ID="QE0001" REF.START="QS0001" CODE="201C"/>; hierzu führt das <HT TYPE="ITALIC">Diccionario</HT> de la Real Academia Española de la Lengua lediglich drei Bedeutungen auf, nämlich die Angabe des Preises von Sachen, die Anerkennung der Verdienste von Personen und die Erhöhung des Wertes von etwas. Im Gemeinschaftsrecht hat dieser Begriff im Zusammenhang mit Abfällen eine andere Bedeutung bekommen, um alle Vorgänge zu erfassen, die bewirken sollen, dass die Abfälle weiter von Nutzen sind und anstelle anderer Stoffe verwendet werden, die normalerweise hierfür verwendet werden müssten, und damit die Erhaltung der natürlichen Rohstoffquellen fördern.</P></NOTE> von Abfällen von dieser Prüfung befreit. Der andere — konkrete — Verstoß betrifft eine in Massafra, Provinz Tarent, gelegene Anlage zur Elektrizitätserzeugung durch Verbrennung von aus diesen Materialien und aus Biomasse gewonnenen Brennstoffen.</TXT></NP><NP><NO.P>3.</NO.P><TXT>Bei der Entscheidung über diesen Rechtsstreit ist auch die Richtlinie 75/442/EWG des Rates vom <DATE ISO="19750715">15. Juli 1975</DATE> über Abfälle<NOTE NOTE.ID="E0046" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P><REF.DOC.OJ COLL="L" NO.OJ="194" DATE.PUB="1975" PAGE.FIRST="39">ABl. L 194, S. 39</REF.DOC.OJ>.</P></NOTE> in der Fassung der Richtlinie 91/156/EWG des Rates vom <DATE ISO="19910318">18. März 1991</DATE><NOTE NOTE.ID="E0047" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P><REF.DOC.OJ COLL="L" NO.OJ="078" DATE.PUB="1991" PAGE.FIRST="32">ABl. L 78, S. 32</REF.DOC.OJ>.</P></NOTE> zu berücksichtigen.</TXT></NP></GR.SEQ><?PAGE NO="I-11030"?><GR.SEQ LEVEL="1"><TITLE><TI><NP><NO.P>II —</NO.P><TXT>Rechtlicher Rahmen</TXT></NP></TI></TITLE><GR.SEQ LEVEL="2"><TITLE><TI><NP><NO.P>A —</NO.P><TXT>Gemeinschaftsrecht</TXT></NP></TI></TITLE><GR.SEQ LEVEL="3"><TITLE><TI><NP><NO.P>1.</NO.P><TXT>Richtlinie 85/337</TXT></NP></TI></TITLE><NP><NO.P>4.</NO.P><TXT>Diese Richtlinie will Umweltschädigungen durch die vorherige Beurteilung der Auswirkungen jeglicher Tätigkeit vermeiden (erste und sechste Begründungserwägung; Artikel 1 Absatz 1).</TXT></NP><NP><NO.P>5.</NO.P><TXT>Unter <QUOT.START ID="QS0002" REF.END="QE0002" CODE="201E"/>Projekt<QUOT.END ID="QE0002" REF.START="QS0002" CODE="201C"/> werden verstanden die Errichtung von baulichen oder sonstigen Anlagen sowie sonstige Eingriffe in Natur und Landschaft einschließlich derjenigen zum Abbau von Bodenschätzen. <QUOT.START ID="QS0003" REF.END="QE0003" CODE="201E"/>Projekt-träger<QUOT.END ID="QE0003" REF.START="QS0003" CODE="201C"/> ist eine Person, die die Genehmigung für ein privates Projekt beantragt, oder die Behörde, die ein Projekt betreiben will. Die Genehmigung ist schließlich die Entscheidung der zuständigen Behörde oder der zuständigen Behörden, aufgrund deren der Projektträger das Recht erhält, die Arbeiten durchzuführen (Artikel 1 Absatz 2).</TXT></NP><NP><NO.P>6.</NO.P><TXT>Artikel 2 Absatz 1<NOTE NOTE.ID="E0048" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>In der Fassung der Richtlinie 97/11.</P></NOTE> bestimmt:</TXT><P><QUOT.S LEVEL="1"><P><QUOT.START ID="QS0004" REF.END="QE0004" CODE="201E"/>Die Mitgliedstaaten treffen die erforderlichen Maßnahmen, damit vor Erteilung der Genehmigung die Projekte, bei denen unter anderem aufgrund ihrer Art, ihrer Größe oder ihres Standortes mit erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt zu rechnen ist, einer Genehmigungspflicht unterworfen und einer Prüfung in Bezug auf ihre Auswirkungen unterzogen werden. Diese Projekte sind in Artikel 4 definiert.<QUOT.END ID="QE0004" REF.START="QS0004" CODE="201C"/></P></QUOT.S></P></NP><NP><NO.P>7.</NO.P><TXT>Artikel 4<NOTE NOTE.ID="E0049" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Ebenfalls in der geänderten Fassung von 1997.</P></NOTE> schreibt vor:</TXT><P><QUOT.S LEVEL="1"><PARAG IDENTIFIER="004.001"><NO.PARAG><QUOT.START ID="QS0005" REF.END="QE0005" CODE="201E"/>(1)</NO.PARAG><ALINEA>Projekte des Anhangs I werden vorbehaltlich des Artikels 2 Absatz 3[<NOTE NOTE.ID="E0050" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Diese Bestimmung erlaubt es in Ausnahmefällen, von der Anwendung der Richtlinie abzusehen.</P></NOTE> ] einer Prüfung gemäß den Artikeln 5 bis 10 unterzogen.</ALINEA></PARAG><PARAG IDENTIFIER="004.002"><NO.PARAG>(2)</NO.PARAG><ALINEA><P>Bei Projekten des Anhangs II bestimmen die Mitgliedstaaten vorbehaltlich des Artikels 2 Absatz 3 anhand</P><LIST TYPE="alpha"><ITEM><NP><NO.P>a)</NO.P><TXT>einer Einzelfalluntersuchung</TXT><?PAGE NO="I-11031"?><P>oder</P></NP></ITEM><ITEM><NP><NO.P>b)</NO.P><TXT>der von den Mitgliedstaaten festgelegten Schwellenwerte bzw. Kriterien,</TXT></NP></ITEM></LIST></ALINEA><ALINEA>ob das Projekt einer Prüfung gemäß den Artikeln 5 bis 10 unterzogen werden muss.</ALINEA><ALINEA>Die Mitgliedstaaten können entscheiden, beide unter den Buchstaben a) und b) genannten Verfahren anzuwenden.</ALINEA></PARAG><PARAG IDENTIFIER="004.003"><NO.PARAG>(3)</NO.PARAG><ALINEA>Bei der Einzelfalluntersuchung oder der Festlegung von Schwellenwerten bzw. Kriterien im Sinne des Absatzes 2 sind die relevanten Auswahlkriterien des Anhangs III zu berücksichtigen.</ALINEA></PARAG><PARAG IDENTIFIER="004.004"><NO.PARAG>(4)</NO.PARAG><ALINEA>Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass die gemäß Absatz 2 getroffenen Entscheidungen der zuständigen Behörden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.<QUOT.END ID="QE0005" REF.START="QS0005" CODE="201C"/></ALINEA></PARAG></QUOT.S></P></NP><NP><NO.P>8.</NO.P><TXT>Anhang I Nummer 9 der Richtlinie in ihrer ursprünglichen Fassung betraf <QUOT.START ID="QS0006" REF.END="QE0006" CODE="201E"/>Abfallbeseitigungsanlagen zur Verbrennung, zur chemischen Behandlung oder zur Erdlagerung von giftigem und gefährlichem Abfall<QUOT.END ID="QE0006" REF.START="QS0006" CODE="201C"/>, während Anhang II Nummer 11 Buchstabe c <QUOT.START ID="QS0007" REF.END="QE0007" CODE="201E"/>Anlagen für die Beseitigung von Industrie- und Hausmüll (soweit nicht durch Anhang I erfasst)<QUOT.END ID="QE0007" REF.START="QS0007" CODE="201C"/> betraf.</TXT></NP><NP><NO.P>9.</NO.P><TXT>Gemäß der Richtlinie 97/11 betrifft Anhang I Nummer 9 nunmehr <QUOT.START ID="QS0008" REF.END="QE0008" CODE="201E"/>Abfallbeseitigungsanlagen zur Verbrennung, chemischen Behandlung gemäß der Definition in Anhang II A Nummer D9 der Richtlinie 75/442/EWG oder Deponierung gefährlicher Abfälle (d. h. unter die Richtlinie 91/689/EWG[<NOTE NOTE.ID="E0051" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Richtlinie des Rates vom <DATE ISO="19911212">12. Dezember 1991</DATE> über gefährliche Abfälle (<REF.DOC.OJ COLL="L" NO.OJ="377" DATE.PUB="1991" PAGE.FIRST="20">ABl. L 377, S. 20</REF.DOC.OJ>).</P></NOTE> ] fallender Abfälle)<QUOT.END ID="QE0008" REF.START="QS0008" CODE="201C"/>. Nummer 10 betrifft <QUOT.START ID="QS0009" REF.END="QE0009" CODE="201E"/>Abfallbeseitigungsanlagen zur Verbrennung oder chemischen Behandlung gemäß der Definition in Anhang II A Nummer D9 der Richtlinie 75/442/EWG ungefährlicher Abfälle mit einer Kapazität von mehr als 100 t pro Tag<QUOT.END ID="QE0009" REF.START="QS0009" CODE="201C"/>.</TXT></NP><NP><NO.P>10.</NO.P><TXT>Aus Buchstabe c des Anhangs II Nummer 11 wurde Buchstabe b, und zwar mit folgendem Wortlaut: <QUOT.START ID="QS0010" REF.END="QE0010" CODE="201E"/>Abfallbeseitigungsanlagen (nicht durch Anhang I erfasste Pro-jekte)<QUOT.END ID="QE0010" REF.START="QS0010" CODE="201C"/>.</TXT></NP></GR.SEQ><GR.SEQ LEVEL="3"><TITLE><TI><NP><NO.P>2.</NO.P><TXT>Richtlinie 75/442</TXT></NP></TI></TITLE><NP><NO.P>11.</NO.P><TXT>Diese Richtlinie, die — wie sich aus ihrer zweiten, dritten, vierten, fünften und siebten<?PAGE NO="I-11032"?> Begründungserwägung ergibt — der Natur und der Lebensqualität gewidmet ist, fördert die Einschränkung der Abfallbildung, die Verwertung und die Umwandlung von Abfällen zwecks Gewinnung von Rohstoffen und Energie (Artikel 3).</TXT></NP><NP><NO.P>12.</NO.P><TXT>Artikel 1 enthält in Buchstabe a den Begriff <QUOT.START ID="QS0011" REF.END="QE0011" CODE="201E"/>Abfälle<QUOT.END ID="QE0011" REF.START="QS0011" CODE="201C"/> und definiert in Buchstabe b der ursprünglichen Fassung den Begriff <QUOT.START ID="QS0012" REF.END="QE0012" CODE="201E"/>Beseitigung<QUOT.END ID="QE0012" REF.START="QS0012" CODE="201C"/> (<QUOT.START ID="QS0013" REF.END="QE0013" CODE="201E"/>gestión<QUOT.END ID="QE0013" REF.START="QS0013" CODE="201C"/>) als:</TXT><P><QUOT.S LEVEL="1"><LIST TYPE="DASH"><ITEM><NP><NO.P><QUOT.START ID="QS0014" REF.END="QE0014" CODE="201E"/>—</NO.P><TXT>Das Einsammeln, Sortieren, Befördern und Behandeln von Abfällen und deren Lagerung und Ablagerung auf dem Boden oder im Boden;</TXT></NP></ITEM><ITEM><NP><NO.P>—</NO.P><TXT>die erforderlichen Umwandlungsvorgänge zu ihrer Wiederverwendung, Rückgewinnung oder Verwertung.<QUOT.END ID="QE0014" REF.START="QS0014" CODE="201C"/></TXT></NP></ITEM></LIST></QUOT.S></P></NP><NP><NO.P>13.</NO.P><TXT>Die Richtlinie 91/156 änderte den Begriff der <QUOT.START ID="QS0015" REF.END="QE0015" CODE="201E"/>gestión<QUOT.END ID="QE0015" REF.START="QS0015" CODE="201C"/> in der Weise, dass er gemäß dem neuen Buchstaben d des Artikels 1 „das Einsammeln, die Beförderung, die <HT TYPE="ITALIC">Verwertung</HT> und die <HT TYPE="ITALIC">Beseitigung …</HT>" erfasst.</TXT></NP><NP><NO.P>14.</NO.P><TXT>Die Buchstaben e und f dieses Artikels 1 beschreiben die beiden letztgenannten Vorgänge unter Bezugnahme auf die Anhänge II A (<QUOT.START ID="QS0016" REF.END="QE0016" CODE="201E"/>Beseitigungsverfahren<QUOT.END ID="QE0016" REF.START="QS0016" CODE="201C"/>) und II B (<QUOT.START ID="QS0017" REF.END="QE0017" CODE="201E"/>Verwertungsverfahren<QUOT.END ID="QE0017" REF.START="QS0017" CODE="201C"/>). Beide Richtlinien stellen in Artikel 4 klar, dass die menschliche Gesundheit nicht gefährdet werden darf und dass keine Verfahren oder Methoden verwendet werden dürfen, die die Umwelt schädigen können<NOTE NOTE.ID="E0052" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Nach dieser Vorschrift muss insbesondere vermieden werden, dass <QUOT.START ID="QS0018" REF.END="QE0018" CODE="201E"/>Wasser, Luft, Boden und die Tier- und Pflanzenwelt gefährdet werden<QUOT.END ID="QE0018" REF.START="QS0018" CODE="201C"/>, dass <QUOT.START ID="QS0019" REF.END="QE0019" CODE="201E"/>Geräusch- oder Geruchsbelästigungen verursacht werden<QUOT.END ID="QE0019" REF.START="QS0019" CODE="201C"/> und dass <QUOT.START ID="QS0020" REF.END="QE0020" CODE="201E"/>die Umgebung und das Landschaftsbild beeinträchtigt werden<QUOT.END ID="QE0020" REF.START="QS0020" CODE="201C"/>.</P></NOTE>.</TXT></NP><NP><NO.P>15.</NO.P><TXT>Nach den Artikeln 9 und 10 bedürfen die in den beiden Anhängen genannten Maßnahmen einer vorherigen Genehmigung; Artikel 11 befreit Unternehmen, die die Beseitigung ihrer eigenen Abfälle am Entstehungsort sicherstellen oder die — eigene oder fremde — Abfälle verwerten, von diesem Erfordernis. Die Befreiung setzt voraus, dass die Verwaltung jeweils allgemeine Vorschriften für jede Tätigkeit zur Festlegung der zulässigen Abfallarten und -mengen erlässt und dass die Bedingungen des Artikels 4 der Richtlinie eingehalten werden. Ferner müssen diese Unternehmen bei den zuständigen Behörden gemeldet sein.</TXT></NP></GR.SEQ></GR.SEQ><GR.SEQ LEVEL="2"><TITLE><TI><NP><NO.P>B —</NO.P><TXT>Italienisches Recht</TXT></NP></TI></TITLE><NP><NO.P>16.</NO.P><TXT>Die Richtlinie 85/377 wurde durch Artikel 6 des Gesetzes Nr. 349 vom <DATE ISO="19880708">8. Juli<?PAGE NO="I-11033"?> 1988</DATE><NOTE NOTE.ID="E0053" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Gesetz über die <HT TYPE="ITALIC">Istituzione</HT> del Ministero dell'ambiente e norme <HT TYPE="ITALIC">in</HT> materia di danno ambientale (Gazzetta Ufficiale della Repubblica Italiana — im Folgenden: GURI —, supplemento ordinario zu Nr. 59 vom <DATE ISO="19860715">15. Juli 1986</DATE>).</P></NOTE> und durch die hierzu ergangenen Durchführungsvorschriften in die italienische Rechtsordnung umgesetzt.</TXT></NP><NP><NO.P>17.</NO.P><TXT>Einige Jahre später wurde der Regierung durch Artikel 40 Absatz 1 des Gesetzes Nr. 146 vom <DATE ISO="19940222">22. Februar 1994</DATE><NOTE NOTE.ID="E0054" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Dieses Gesetz trägt denTitel <HT TYPE="ITALIC">Disposizioni</HT> per l'adempimento di <HT TYPE="ITALIC">obblighi</HT> derivanti dall'appartenenza dell'Italia alle Comunità europee — Legge comunitaria 1993 (GURI, supplemento ordinario zu Nr. 52 vom <DATE ISO="19940304">4. März 1994</DATE>).</P></NOTE> aufgegeben, innerhalb von 60 Tagen nach seinem Inkrafttreten die Voraussetzungen, Kriterien und technischen Vorschriften für die Messung der Auswirkungen der in Anhang II der Richtlinie aufgeführten Tätigkeiten auf die Umwelt aufzustellen.</TXT></NP><NP><NO.P>18.</NO.P><TXT>Das Dekret des Präsidenten der Republik vom <DATE ISO="19960412">12. April 1996</DATE><NOTE NOTE.ID="E0055" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P><HT TYPE="ITALIC">Atto</HT> di indirizzo e coordinamento per l'attuazione dell'art. 40, comma <HT TYPE="ITALIC">1</HT>, della legge <DATE ISO="19940222">22 febbraio 1994</DATE>, n. 146, concernente disposizioni in materia di valutazione di impatto ambientale (GURI, serie generale, Nr. 210 vom <DATE ISO="19960907">7. September 1996</DATE>, S. 28).</P></NOTE> kam diesem Auftrag nach und unterwarf in seinem Artikel 1 Absatz 3 die in Anhang A aufgeführten Projekte, zu denen Anlagen zur Verbrennung und Behandlung von Siedlungsabfällen mit einer Kapazität von mehr als 100 t pro Tag (Buchstabe i) gehören, der Umweltverträglichkeitsprüfung.</TXT></NP><NP><NO.P>19.</NO.P><TXT>Artikel 3 des Dekrets des Präsidenten des Ministerrats vom <DATE ISO="19990903">3. September 1999</DATE><NOTE NOTE.ID="E0056" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P><HT TYPE="ITALIC">Atto</HT> di indirizzo e coordinamento che modifica ed integra il precedente <HT TYPE="ITALIC">atto</HT> di indirizzo e coordinamento per l'attuazione dell'art. 40, comma 1, della legge <DATE ISO="19940222">22 febbraio 1994</DATE>, n. 146, concernente disposizioni in materia di valutazione dell'impatto ambientale (GURI, serie generale, Nr. 302 vom <DATE ISO="19991227">27. Dezember 1999</DATE>).</P></NOTE> nahm einige Änderungen am Anhang A vor; die Buchstaben i und l erhielten folgenden Wortlaut:</TXT><P><QUOT.S LEVEL="1"><LIST TYPE="roman"><ITEM><NP><NO.P><QUOT.START ID="QS0021" REF.END="QE0021" CODE="201E"/>i)</NO.P><TXT>Anlagen zur Beseitigung und Verwertung gefährlicher Abfälle durch Vorgänge im Sinne von Anhang B und Anhang C, R1 bis R9, des Decreto legislativo Nr. 22 vom <DATE ISO="19970205">5. Februar 1997</DATE>[<NOTE NOTE.ID="E0057" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P><HT TYPE="ITALIC">Attuazione</HT> delle direttive 91/156/CEE sui rifiuti, 91/689/CEE sui <HT TYPE="ITALIC">rifiuti</HT> pericolosi e 94/62/CE sugli imballaggi e sui rifiuti di imballaggio(DecretoRonchi). Testo coordinato (GURI, supplemento ordinario zu Nr. 33 vom <DATE ISO="19970215">15. Februar 1997</DATE>).</P></NOTE> ] mit Ausnahme der Verwertungsanlagen, die den vereinfachten Verfahren der Artikel 31 und 33 des Decreto legislativo Nr. 22 unterliegen.</TXT><P>…</P></NP></ITEM><ITEM><NP><NO.P>l)</NO.P><TXT>Anlagen zur Beseitigung und Verwertung nicht gefährlicher Abfälle mit einer Kapazität von mehr als 100 t pro Tag durch Verbrennungs- oder Behandlungsvorgänge im Sinne von Anhang B, D2 und D8 bis D11, und Anhang C, R1 bis R9, des Decreto legislativo Nr. 22<?PAGE NO="I-11034"?> mit Ausnahme der Verwertungsanlagen, die den vereinfachten Verfahren der Artikel 31 und 33 des Decreto legislativo Nr. 22 unterliegen.<QUOT.END ID="QE0021" REF.START="QS0021" CODE="201C"/></TXT></NP></ITEM></LIST></QUOT.S></P></NP><NP><NO.P>20.</NO.P><TXT>Die beiden letztgenannten Artikel, die die Merkmale der Materialien und Tätigkeiten beschreiben, auf die das vereinfachte Verfahren Anwendung findet, wurden durch Dekret des Umweltministers vom <DATE ISO="19980205">5. Februar 1998</DATE><NOTE NOTE.ID="E0058" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P><HT TYPE="ITALIC">Individuazione</HT> dei rifiuti non pericolosi sottoposti alle procedure <HT TYPE="ITALIC">semplificate</HT> di recupero ai sensi degli articoli 31 e 33 del D.Lgs. <DATE ISO="19970205">5 febbraio 1997</DATE>, n. 22 (GURI, supplemento ordinario zu Nr. 88 vom <DATE ISO="19980416">16. April 1998</DATE>).</P></NOTE> durchgeführt. Mit Urteil des Gerichtshofes vom <DATE ISO="20041007">7. Oktober 2004</DATE>, Kommission/Italien<NOTE NOTE.ID="E0059" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Rechtssache <REF.DOC.ECR NO.CASE="C-103/02" YEAR="2004" EDITION="GEN" PAGE.ECR="I-9127">C-103/02 (Slg. 2004, I-9127)</REF.DOC.ECR>.</P></NOTE>, wurde festgestellt, dass dieser Mitgliedstaat dadurch gegen seine Verpflichtungen aus der Richtlinie 75/442 verstieß, dass er in dem genannten Dekret nicht die zulässigen Höchstmengen von Abfällen festgelegt hatte.</TXT></NP></GR.SEQ></GR.SEQ><GR.SEQ LEVEL="1"><TITLE><TI><NP><NO.P>III —</NO.P><TXT>Vorheriges Verwaltungsverfahren</TXT></NP></TI></TITLE><NP><NO.P>21.</NO.P><TXT>Am <DATE ISO="20010822">22. August</DATE> und am <DATE ISO="20011112">12. November 2001</DATE> ersuchte die Kommission die italienischen Behörden um Informationen über die Einhaltung der Richtlinie 85/337 im Zusammenhang mit zwei in Massafra geplanten Anlagen: die eine zur Vorauswahl fester Siedlungsabfälle und zur Produktion von Brennstoffen aus deren Resten, die andere zur Erzeugung elektrischer Energie aus diesen Brennstoffen und aus Biomasse im Wege der Verbrennung.</TXT></NP><NP><NO.P>22.</NO.P><TXT>Nach einer Erörterung des ersten Ersuchens in einer am <DATE ISO="20020124">24.</DATE> und <DATE ISO="20020125">25. Januar 2002</DATE> in Rom durchgeführten Sitzung und in zwei Schreiben der Vertreter der italienischen Regierung vom <DATE ISO="20020130">30. Januar</DATE> und vom <DATE ISO="20020220">20. Februar 2002</DATE> gelangte die Generaldirektion Umwelt der Kommission zu der Auffassung, das Elektrizitätswerk mit einer Kapazität von mehr als 100 t pro Tag verarbeite keine gefährlichen Stoffe.</TXT></NP><NP><NO.P>23.</NO.P><TXT>Den vorgelegten Erläuterungen zufolge wurde keine Prüfung der Umweltverträglichkeit der beiden Anlagen verlangt, da davon ausgegangen wurde, dass sie unter die Ausnahmevorschrift des Anhangs A Buchstabe l des Dekrets des Präsidenten der Republik vom <DATE ISO="19960412">12. April 1996</DATE> in der Fassung des Artikels 3 Absatz 1 des Dekrets des Präsidenten des Ministerrats vom <DATE ISO="19990903">3. September 1999</DATE> fielen, und auf sie das vereinfachte Verfahren der Artikel 31 und 33 des Decreto legislativo vom <DATE ISO="19970205">5. Februar 1997</DATE> angewandt wurde.</TXT></NP><NP><NO.P>24.</NO.P><TXT>Die Kommission richtete am <DATE ISO="20021018">18. Oktober 2002</DATE> und am <DATE ISO="20030711">11. Juli 2003</DATE> zwei Aufforderungsschreiben an die Italienische Republik;<?PAGE NO="I-11035"?> da deren Erklärungen sie nicht überzeugten, übermittelte sie ihr am <DATE ISO="20031216">16. Dezember 2003</DATE> eine mit Gründen versehene Stellungnahme, in der sie ihr vorwarf, ihre Verpflichtungen aus Artikel 2 Absatz 1 und aus Artikel 4 Absätze 1 bis 3 der Richtlinie 85/337 nicht erfüllt zu haben, und ihr eine Frist von zwei Monaten setzte, um der Stellungnahme nachzukommen.</TXT></NP></GR.SEQ><GR.SEQ LEVEL="1"><TITLE><TI><NP><NO.P>IV —</NO.P><TXT>Verfahren vor dem Gerichtshof und Vorbringen der Parteien</TXT></NP></TI></TITLE><NP><NO.P>25.</NO.P><TXT>Die Kommission hat am <DATE ISO="20041125">25. November 2004</DATE> die vorliegende Klage erhoben, mit der sie beantragt, festzustellen, dass die Italienische Republik dadurch gegen die genannten Vorschriften verstoßen hat, dass sie</TXT><P><LIST TYPE="DASH"><ITEM><P>die Auswirkungen einer Tätigkeit gemäß Anhang I der Richtlinie 85/337 (die Verbrennungsanlage von Massafra) nicht geprüft hat;</P></ITEM><ITEM><P>eine Regelung (Anhang A Buchstaben i und 1 des Dekrets des Präsidenten der Republik vom <DATE ISO="19960412">12. April 1996</DATE> in der Fassung des Artikels 3 Absatz 1 des Dekrets des Präsidenten des Ministerrats vom <DATE ISO="19990903">3. September 1999</DATE>) erlassen hat,</P></ITEM><ITEM><P>die einige unter Anhang I der Richtlinie 85/337 fallende Vorhaben (Abfallverwertungsanlagen mit einer Kapazität von mehr als 100 t pro Tag) von der Umweltverträglichkeitsprüfung ausnimmt, wenn sie dem vereinfachten Genehmigungsverfahren nach Artikel 11 der Richtlinie 75/442 unterliegen;</P></ITEM><ITEM><P>die zur Prüfung der Frage, ob ein unter Anhang II der Richtlinie 85/337 fallendes Vorhaben einer Umweltverträglichkeitsprüfung zu unterziehen ist, ein ungeeignetes Kriterium festlegt, das dazu führt, dass Vorhaben mit erheblicher Umweltauswirkung von der Umweltverträglichkeitsprüfung befreit sein können.</P></ITEM></LIST></P></NP><NP><NO.P>26.</NO.P><TXT>Die italienische Regierung reichte ihre Klagebeantwortung am <DATE ISO="20050303">3. März 2005</DATE> ein, und die Parteien gaben am <DATE ISO="20050418">18. April</DATE> bzw. am <DATE ISO="20050608">8. Juni 2005</DATE> ihre Erwiderung bzw. ihre Gegenerwiderung ab.</TXT></NP><NP><NO.P>27.</NO.P><TXT>In der mündlichen Verhandlung vom <DATE ISO="20060425">25. April 2006</DATE> haben die Vertreter der Kommission und der Italienischen Republik ihre Auffassungen vorgetragen.</TXT></NP><?PAGE NO="I-11036"?><NP><NO.P>28.</NO.P><TXT>Nach Auffassung der Klägerin fällt die Verbrennungsanlage von Massafra mit einer Kapazität von mehr als 100 t pro Tag unter Anhang I Nummer 10 der Richtlinie 85/337, während die andere Anlage unter Anhang II Nummer 11 dieser Richtlinie fällt. Voraussetzung für die Genehmigung der ersten Anlage sei daher eine Prüfung ihrer Umweltverträglichkeit gewesen, während die zweite zumindest einer Prüfung nach Artikel 4 Absatz 2 der Richtlinie hätte unterzogen werden müssen.</TXT></NP><NP><NO.P>29.</NO.P><TXT>Der Rechtsstreit habe seinen Ursprung in der italienischen Regelung, die es erlaube, Verwertungsmaßnahmen von der Richtlinie auszunehmen, mit der Begründung, dass sie dem besonderen Verfahren der Artikel 31 und 33 des Decreto legislativo vom <DATE ISO="19970205">5. Februar 1997</DATE> unterlägen.</TXT></NP><NP><NO.P>30.</NO.P><TXT>Die Richtlinie 85/337 gelte für Anlagen zur Behandlung von Abfällen, die — unabhängig davon, ob sie diese beseitigten oder verwerteten — die Umwelt erheblich beeinträchtigen könnten; die Richtlinie 75/442 habe sich in ihrer ursprünglichen Fassung mit dem Begriff <QUOT.START ID="QS0022" REF.END="QE0022" CODE="201E"/>Beseitigung<QUOT.END ID="QE0022" REF.START="QS0022" CODE="201C"/> sowohl auf die Beseitigung im eigentlichen Sinne als auch auf das Recycling bezogen; im Rahmen der Richtlinie 85/337 handele es sich um einen autonomen Begriff, der auch die <QUOT.START ID="QS0023" REF.END="QE0023" CODE="201E"/>Verwertung<QUOT.END ID="QE0023" REF.START="QS0023" CODE="201C"/> umfasse.</TXT></NP><NP><NO.P>31.</NO.P><TXT>Die Kommission verweist auf die Richtlinie 75/442, die dem Schutz der Gesundheit und der Ökosysteme im Zusammenhang mit der <QUOT.START ID="QS0024" REF.END="QE0024" CODE="201E"/>Beseitigung<QUOT.END ID="QE0024" REF.START="QS0024" CODE="201C"/> oder <QUOT.START ID="QS0025" REF.END="QE0025" CODE="201E"/>Verwertung<QUOT.END ID="QE0025" REF.START="QS0025" CODE="201C"/> diene.</TXT></NP><NP><NO.P>32.</NO.P><TXT>Die italienische Regierung weist die Vorwürfe zurück und beantragt, die Klage abzuweisen. Sie trägt vor, die Tätigkeiten der <QUOT.START ID="QS0026" REF.END="QE0026" CODE="201E"/>Beseitigung<QUOT.END ID="QE0026" REF.START="QS0026" CODE="201C"/> fielen nicht unter die Richtlinie 85/337, und wendet sich, gestützt auf die Richtlinie 75/442, gegen ihre Gleichstellung mit den Tätigkeiten der <QUOT.START ID="QS0027" REF.END="QE0027" CODE="201E"/>Verwertung<QUOT.END ID="QE0027" REF.START="QS0027" CODE="201C"/>. Zur Begründung verweist sie auf den technischen Charakter beider Richtlinien, insbesondere ihrer Anhänge, und auf die sprachliche Koordinierung der verschiedenen Vorschriften auf dem Gebiet des Umweltschutzes.</TXT></NP><NP><NO.P>33.</NO.P><TXT>Wenn die mit den Verwertungstätigkeiten verbundenen Emissionen die Grenzen der Gemeinschaftsregelung einhielten, bedürfe es keiner Messung ihrer Auswirkungen auf die Natur, da ihr Daseinszweck gerade darin bestehe, diese zu schützen.</TXT></NP><NP><NO.P>34.</NO.P><TXT>Während die gemeinschaftliche Harmonisierung alle Verwertungstätigkeiten von einer Prüfung ihrer Auswirkungen befreie, nehme die italienische Regelung nur diejenigen aus, die im abgekürzten Verfahren genehmigt werden könnten, sei also restriktiver.</TXT></NP></GR.SEQ><?PAGE NO="I-11037"?><GR.SEQ LEVEL="1"><TITLE><TI><NP><NO.P>V —</NO.P><TXT>Prüfung der gerügten Vertragsverletzungen</TXT></NP></TI></TITLE><NP><NO.P>35.</NO.P><TXT>Bei der Entscheidung über den mit dieser Klage aufgeworfenen Rechtsstreit sind die Wechselwirkungen zwischen der Richtlinie über die Umweltverträglichkeitsprüfung und der Abfallrichtlinie zu berücksichtigen. Es muss geprüft werden, ob die Richtlinie 85/337, wie Italien vorträgt, nicht für Verwertungsvorgänge gilt, so dass es den Mitgliedstaaten freisteht, diese von dieser vorherigen Prüfung auszunehmen.</TXT></NP><NP><NO.P>36.</NO.P><TXT>Der Rechtsstreit betrifft die beiden genannten Richtlinien in ihrer neuen Fassung; allerdings kann in Anbetracht des Inhalts der Diskussionen ihr ursprünglicher Wortlaut nicht außer Acht gelassen werden, der den Weg zur Lösung weist und die maßgeblichen Leitlinien für die Auslegung vorgibt.</TXT></NP><NP><NO.P>37.</NO.P><TXT>Die Untersuchung muss mit der Ermittlung des Zweckes der Richtlinie 85/337 beginnen, um ihren Anwendungsbereich bestimmen zu können.</TXT></NP><GR.SEQ LEVEL="2"><TITLE><TI><NP><NO.P>A —</NO.P><TXT>Die Grundlage der Richtlinie 85/337: der Umweltschutz</TXT></NP></TI></TITLE><NP><NO.P>38.</NO.P><TXT>Die Einheitliche Europäische Akte rückte den Umweltschutz in das Zentrum der Zuständigkeiten der Union, der diese inspiriert und prägt<NOTE NOTE.ID="E0060" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Vgl. Urteil vom <DATE ISO="19910611">11. Juni 1991</DATE> in der Rechtssache <REF.DOC.ECR NO.CASE="C-300/89" YEAR="1991" EDITION="GEN" PAGE.ECR="I-2867">C-300/89 (Kommission/Rat, Slg. 1991, I-2867, Randnrn. 22 und 24)</REF.DOC.ECR>.</P></NOTE>, dergestalt, dass er als <QUOT.START ID="QS0028" REF.END="QE0028" CODE="201E"/>wesentliches Vorhaben des Gemeinschaftssystems<QUOT.END ID="QE0028" REF.START="QS0028" CODE="201C"/> bezeichnet werden kann<NOTE NOTE.ID="E0061" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Ich habe diesen Ausdruck in Nr. 59 meiner Schlussanträge vom <DATE ISO="20050526">26. Mai 2005</DATE> in der Rechtssache <REF.DOC.ECR NO.CASE="C-176/03" YEAR="2005" EDITION="GEN" PAGE.ECR="I-7879">C-176/03 (Kommission/Rat, Slg. 2005, I-7879)</REF.DOC.ECR> verwendet, in der das Urteil am <DATE ISO="20050913">13. September 2005</DATE> erging.</P></NOTE>. Diese Schutzpflicht hat dazu geführt, dass Artikel 174 Absatz 2 Unterabsatz 1 EG Grundsätze anerkennt, die — wie die Grundsätze der Vorsorge und Vorbeugung — in großen Bereichen des Gemeinschaftsrechts gelten.</TXT></NP><NP><NO.P>39.</NO.P><TXT>Die Richtlinie 85/337 dient beiden Grundsätzen<NOTE NOTE.ID="E0062" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Sie werden erwähnt in der zweiten Begründungserwägung der Richtlinie 97/11, vgl. Urteil vom <DATE ISO="20060316">16. März 2006</DATE> in der Rechtssache <REF.DOC.ECR NO.CASE="C-332/04" YEAR="2006" EDITION="GEN" PAGE.ECR="I-40*">C-332/04 (Kommission/Spanien, nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht — Slg. 2006, I-40*, Randnr. 57)</REF.DOC.ECR>. Überraschend ist die <QUOT.START ID="QS0029" REF.END="QE0029" CODE="201E"/>abgeschwächte<QUOT.END ID="QE0029" REF.START="QS0029" CODE="201C"/> Auslegung der Richtlinie 85/337, die vom Vertreter der italienischen Regierung in der mündlichen Verhandlung vorgetragen wurde, für den die Einheitliche Europäische Akte sowie die anschließenden Änderungen des EG-Vertrags und der Richtlinie 97/11 offensichtlich bloße belanglose Anekdoten sind.</P></NOTE>, wenn sie verlangt, dass Tätigkeiten, die Auswirkungen auf die Umwelt haben können, geprüft werden müssen, bevor sie genehmigt werden<NOTE NOTE.ID="E0063" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Dies ergibt sich aus den Urteilen vom <DATE ISO="19990916">16. September 1999</DATE> in der Rechtssache <REF.DOC.ECR NO.CASE="C-435/97" YEAR="1999" EDITION="GEN" PAGE.ECR="I-5613">C-435/97 (WWF u. a., Slg. 1999, I-5613, Randnr. 45)</REF.DOC.ECR> und vom <DATE ISO="20040107">7. Januar 2004</DATE> in der Rechtssache <REF.DOC.ECR NO.CASE="C-201/02" YEAR="2004" EDITION="GEN" PAGE.ECR="I-723">C-201/02 (Wells, Slg. 2004, I-723, Randnr. 42)</REF.DOC.ECR>.</P></NOTE>, wobei zwei Schritte zu unterscheiden sind: Zunächst ist festzustellen, ob die geplanten Arbeiten erhebliche Auswirkungen haben; sodann werden diese Auswirkungen beurteilt<NOTE NOTE.ID="E0064" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Diese Auffassung habe ich in den Schlussanträgen vom <DATE ISO="20040108">8. Januar 2004</DATE> in der Rechtssache <REF.DOC.ECR NO.CASE="C-87/02" YEAR="2004" EDITION="GEN" PAGE.ECR="I-5975">C-87/02 (Kommission/Italien, Urteil vom <DATE ISO="20040610">10. Juni 2004</DATE>, Slg. 2004, I-5975)</REF.DOC.ECR> und vom <DATE ISO="20050714">14. Juli 2005</DATE> in der Rechtssache <REF.DOC.ECR NO.CASE="C-98/04" YEAR="2006" EDITION="GEN" PAGE.ECR="I-4003">C-98/04 (Kommission/Vereinigtes Königreich, Urteil vom <DATE ISO="20060504">4. Mai 2006</DATE>, Slg. 2006, I-4003)</REF.DOC.ECR> vorgetragen.</P></NOTE>.</TXT></NP><?PAGE NO="I-11038"?><NP><NO.P>40.</NO.P><TXT>Anhang I der Richtlinie enthält Tätigkeiten, auf die sich Artikel 4 Absatz 1 der Richtlinie bezieht und die Kraft gesetzlicher Vermutung die Umwelt erheblich beeinträchtigen, so dass ihre Auswirkungen ausnahmslos zu prüfen sind.</TXT></NP><NP><NO.P>41.</NO.P><TXT>Der Einfluss anderer Tätigkeiten ist dagegen nicht so klar zu erkennen, wodurch den Mitgliedstaaten die Aufgabe zufällt, zu entscheiden, ob sie sich an die Artikel 5 bis 10 halten müssen. So verhält es sich mit den in Anhang II aufgeführten Tätigkeiten; aus dieser Liste wählen die Mitgliedstaaten diejenigen Tätigkeiten aus, die einer Prüfung bedürfen, sei es in jedem Einzelfall, anhand geeigneter Kriterien oder Schwellenwerte oder aber mittels beider Methoden, entsprechend den in Anhang III enthaltenen Parametern (Artikel 4 Absätze 2 und 3); sie verfügen somit über eine gewisse Autonomie bei der Auswahl der Tätigkeiten des Anhangs II, bei denen eine Prüfung ihrer Bedeutung für die Umwelt angebracht ist, unter besonderer Berücksichtigung ihrer Größe, ihrer Art und ihres Standorts<NOTE NOTE.ID="E0065" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Urteile vom <DATE ISO="19990921">21. September 1999</DATE> in der Rechtssache <REF.DOC.ECR NO.CASE="C-392/96" YEAR="1999" EDITION="GEN" PAGE.ECR="I-5901">C-392/96 (Kommission/Irland, Slg. 1999, I-5901, Randnrn. 65 bis 67)</REF.DOC.ECR>, vom <DATE ISO="20020613">13. Juni 2002</DATE> in der Rechtssache <REF.DOC.ECR NO.CASE="C-479/99" YEAR="2002" EDITION="GEN" PAGE.ECR="I-5293">C-479/99 (Kommission/Spanien, Slg. 2002, I-5293, Randnr. 31)</REF.DOC.ECR> und vom <DATE ISO="20060316">16. März 2006</DATE> (Kommission/Spanien, zitiert in Fußnote 21, Randnr. 76).</P></NOTE>.</TXT></NP><NP><NO.P>42.</NO.P><TXT>In jedem Fall findet diese Möglichkeit ihre Grenze in Artikel 2 Absatz 1 der Richtlinie 85/337, dem zufolge ihr grundlegendes Ziel darin besteht, dass Tätigkeiten mit erheblichen Auswirkungen stets einer Prüfung ihrer Umweltverträglichkeit unterliegen<NOTE NOTE.ID="E0066" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Vgl. in diesem Sinne Urteile vom <DATE ISO="19961024">24. Oktober 1996</DATE> in der Rechtssache <REF.DOC.ECR NO.CASE="C-72/95" YEAR="1996" EDITION="GEN" PAGE.ECR="I-5403">C-72/95 (Kraaijeveld u. a., Slg. 1996, I-5403, Randnr. 50)</REF.DOC.ECR>, vom <DATE ISO="19981022">22. Oktober 1998</DATE> in der Rechtssache <REF.DOC.ECR NO.CASE="C-301/95" YEAR="1998" EDITION="GEN" PAGE.ECR="I-6135">C-301/95 (Kommission/Deutschland, Slg. 1998, I-6135, Randnr. 45)</REF.DOC.ECR>, vom <DATE ISO="19990916">16. September 1999</DATE> (WWF u. a., Randnrn. 36 und 45), vom <DATE ISO="19990921">21. September 1999</DATE> in der Rechtssache <REF.DOC.ECR NO.CASE="C-392/96" YEAR="1999" EDITION="GEN" PAGE.ECR="I-5901">C-392/96 (Kommission/Irland, Slg. 1999, I-5901, Randnr. 64)</REF.DOC.ECR> und vom <DATE ISO="20060316">16. März 2006</DATE> (Kommission/Italien, zitiert in Fußnote 23, Randnr. 44).</P></NOTE>. Aus diesem Grund ist dann, wenn die Feststellung vorab anhand abstrakter Schwellenwerte und Kriterien erfolgt, in der Phase der Durchführung zu prüfen, ob ein Projekt aufgrund seiner Merkmale relevante Auswirkungen auf die Umwelt entfaltet. In diesem Fall gelangt daher die allgemeine Regel zur Anwendung: Nach der entsprechenden Prüfung ist zu ermitteln, ob erhebliche Auswirkungen bestehen.</TXT></NP><NP><NO.P>43.</NO.P><TXT>Mit anderen Worten: Mit der praktischen Wirksamkeit der Richtlinie 85/337 ist es nicht vereinbar<NOTE NOTE.ID="E0067" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Urteile WWF u. a., Randnr. 45, und Kommission/Italien, Randnr. 44, beide zitiert in Fußnote 25.</P></NOTE>, eine derartige Tätigkeit von der betreffenden Prüfung auszunehmen, so dass das Gemeinschaftsrecht, so groß der den nationalen Behörden eingeräumte Ermessensspielraum auch sein mag, jeder Tätigkeit ohne vorherige Prüfung oder — wenn diese stattfindet — ohne Messung der durch sie verursachten Schäden entgegensteht.</TXT></NP><NP><NO.P>44.</NO.P><TXT>In dieser umfassenden Perspektive, wie sie in der Rechtsprechung entwickelt wurde<NOTE NOTE.ID="E0068" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Die Urteile vom <DATE ISO="19961024">24. Oktober 1996</DATE> (Kraaijeveld u. a., Randnrn. 31 und 39) und vom <DATE ISO="20040916">16. September 2004</DATE> in der Rechtssache <REF.DOC.ECR NO.CASE="C-227/01" YEAR="2004" EDITION="GEN" PAGE.ECR="I-8243">C-227/01 (Kommission/Spanien, Slg. 2004, I-8243, Randnr. 46)</REF.DOC.ECR> unterstrichen den großen Anwendungsbereich der Richtlinie.</P></NOTE>, muss das vorliegende Problem geklärt<?PAGE NO="I-11039"?> werden, das, wie bereits ausgeführt, darin besteht, festzustellen, ob die Verwertung von Abfällen eine Prüfung ihrer Umweltverträglichkeit voraussetzt.</TXT></NP></GR.SEQ><GR.SEQ LEVEL="2"><TITLE><TI><NP><NO.P>B —</NO.P><TXT>Die terminologische Entwicklung der Richtlinien 85/337 und 75/442</TXT></NP></TI></TITLE><NP><NO.P>45.</NO.P><TXT>Die ursprüngliche Fassung der Richtlinie 85/337 verwendete in ihren Anhängen im Zusammenhang mit Abfällen auf Spanisch den Begriff <QUOT.START ID="QS0030" REF.END="QE0030" CODE="201E"/>instalaciones de eliminación<QUOT.END ID="QE0030" REF.START="QS0030" CODE="201C"/> (Beseitigungsanlagen), der nach der Reform von 1997 durch das Synonym <QUOT.START ID="QS0031" REF.END="QE0031" CODE="201E"/>instalaciones para deshacerse<QUOT.END ID="QE0031" REF.START="QS0031" CODE="201C"/> (Beseitigungsanlagen) ersetzt wurde<NOTE NOTE.ID="E0069" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>In den ursprünglichen Fassungen auf Französisch, Englisch und Deutsch hieß es <QUOT.START ID="QS0032" REF.END="QE0032" CODE="201E"/>installations d'élimination<QUOT.END ID="QE0032" REF.START="QS0032" CODE="201C"/>, <QUOT.START ID="QS0033" REF.END="QE0033" CODE="201E"/>disposal installations<QUOT.END ID="QE0033" REF.START="QS0033" CODE="201C"/> bzw. <QUOT.START ID="QS0034" REF.END="QE0034" CODE="201E"/>Abfallbeseitigungsanlagen<QUOT.END ID="QE0034" REF.START="QS0034" CODE="201C"/>; diese Begriffe wurden in den Fassungen von 1997 beibehalten. Die italienische Fassung ersetzte das Substantiv <QUOT.START ID="QS0035" REF.END="QE0035" CODE="201E"/>eliminazione<QUOT.END ID="QE0035" REF.START="QS0035" CODE="201C"/> durch das Synonym <QUOT.START ID="QS0036" REF.END="QE0036" CODE="201E"/>smaltimento<QUOT.END ID="QE0036" REF.START="QS0036" CODE="201C"/>.</P></NOTE>.</TXT></NP><NP><NO.P>46.</NO.P><TXT>Die ursprüngliche Fassung der Richtlinie 75/442 wiederum verwendete auf Spanisch den Begriff <QUOT.START ID="QS0037" REF.END="QE0037" CODE="201E"/>gestión<QUOT.END ID="QE0037" REF.START="QS0037" CODE="201C"/> (Bewirtschaftung) von Abfällen (Artikel 1 Buchstabe b), wozu das Einsammeln, Sortieren, Befördern und Behandeln, die Lagerung und Ablagerung von Abfällen sowie die erforderlichen Umwandlungsvorgänge zu ihrer Wiederverwendung, Rückgewinnung oder Verwertung gehörten. Dagegen verwendeten andere Fassungen wie die französische (<QUOT.START ID="QS0038" REF.END="QE0038" CODE="201E"/>élimination<QUOT.END ID="QE0038" REF.START="QS0038" CODE="201C"/>), die italienische (<QUOT.START ID="QS0039" REF.END="QE0039" CODE="201E"/>smaltimento<QUOT.END ID="QE0039" REF.START="QS0039" CODE="201C"/>), die englische (<QUOT.START ID="QS0040" REF.END="QE0040" CODE="201E"/>disposal<QUOT.END ID="QE0040" REF.START="QS0040" CODE="201C"/>) und die deutsche (<QUOT.START ID="QS0041" REF.END="QE0041" CODE="201E"/>Beseitigung<QUOT.END ID="QE0041" REF.START="QS0041" CODE="201C"/>) Äquivalente des spanischen Begriffes <QUOT.START ID="QS0042" REF.END="QE0042" CODE="201E"/>eliminación<QUOT.END ID="QE0042" REF.START="QS0042" CODE="201C"/>. Auf diese Besonderheit stützt der beklagte Mitgliedstaat seine Auffassung, die Richtlinie 85/337 verwende den Begriff <QUOT.START ID="QS0043" REF.END="QE0043" CODE="201E"/>instalaciones de eliminación<QUOT.END ID="QE0043" REF.START="QS0043" CODE="201C"/> (Beseitigungsanlagen) im engen Sinne, beziehe sich also ausschließlich auf diejenigen Anlagen, die zur Beseitigung von Abfällen bestimmt seien.</TXT></NP><NP><NO.P>47.</NO.P><TXT>Ich kann dieser Auffassung nicht beipflichten. Zunächst einmal führt eine streng wörtliche Auslegung der fraglichen Vorschriften zum gegenteiligen Ergebnis. In der ersten Fassung der Richtlinie 75/442 umfasst die <QUOT.START ID="QS0044" REF.END="QE0044" CODE="201E"/>gestión<QUOT.END ID="QE0044" REF.START="QS0044" CODE="201C"/> (<QUOT.START ID="QS0045" REF.END="QE0045" CODE="201E"/>élimination<QUOT.END ID="QE0045" REF.START="QS0045" CODE="201C"/>, <QUOT.START ID="QS0046" REF.END="QE0046" CODE="201E"/>smaltimento<QUOT.END ID="QE0046" REF.START="QS0046" CODE="201C"/>, <QUOT.START ID="QS0047" REF.END="QE0047" CODE="201E"/>disposal<QUOT.END ID="QE0047" REF.START="QS0047" CODE="201C"/> oder <QUOT.START ID="QS0048" REF.END="QE0048" CODE="201E"/>Beseitigung<QUOT.END ID="QE0048" REF.START="QS0048" CODE="201C"/>) spezifische Beseitigungsmaßnahmen und andersartige Maßnahmen wie die Wiederverwendung (<QUOT.START ID="QS0049" REF.END="QE0049" CODE="201E"/>reutilización<QUOT.END ID="QE0049" REF.START="QS0049" CODE="201C"/>), Rückgewinnung (<QUOT.START ID="QS0050" REF.END="QE0050" CODE="201E"/>recuperación<QUOT.END ID="QE0050" REF.START="QS0050" CODE="201C"/>) oder Verwertung (<QUOT.START ID="QS0051" REF.END="QE0051" CODE="201E"/>reciclaje<QUOT.END ID="QE0051" REF.START="QS0051" CODE="201C"/>), in der Richtlinie 91/156 einige Jahre später als <QUOT.START ID="QS0052" REF.END="QE0052" CODE="201E"/>Verwertung<QUOT.END ID="QE0052" REF.START="QS0052" CODE="201C"/> (<QUOT.START ID="QS0053" REF.END="QE0053" CODE="201E"/>valorización<QUOT.END ID="QE0053" REF.START="QS0053" CODE="201C"/>) bezeichnet.</TXT></NP><NP><NO.P>48.</NO.P><TXT>Die durch diese Richtlinie 91/156 geänderte Richtlinie 75/442 erfasst unter dem Begriff <QUOT.START ID="QS0054" REF.END="QE0054" CODE="201E"/>gestión<QUOT.END ID="QE0054" REF.START="QS0054" CODE="201C"/> (<QUOT.START ID="QS0055" REF.END="QE0055" CODE="201E"/>gestion<QUOT.END ID="QE0055" REF.START="QS0055" CODE="201C"/> auf Französisch; <QUOT.START ID="QS0056" REF.END="QE0056" CODE="201E"/>gestione<QUOT.END ID="QE0056" REF.START="QS0056" CODE="201C"/> auf Italienisch; <QUOT.START ID="QS0057" REF.END="QE0057" CODE="201E"/>management<QUOT.END ID="QE0057" REF.START="QS0057" CODE="201C"/> auf Englisch; <QUOT.START ID="QS0058" REF.END="QE0058" CODE="201E"/>Bewirtschaftung<QUOT.END ID="QE0058" REF.START="QS0058" CODE="201C"/> auf Deutsch) das Einsammeln, die Beförderung, die <QUOT.START ID="QS0059" REF.END="QE0059" CODE="201E"/>valorización<QUOT.END ID="QE0059" REF.START="QS0059" CODE="201C"/> und die <QUOT.START ID="QS0060" REF.END="QE0060" CODE="201E"/>eliminación<QUOT.END ID="QE0060" REF.START="QS0060" CODE="201C"/> (<QUOT.START ID="QS0061" REF.END="QE0061" CODE="201E"/>valorisation<QUOT.END ID="QE0061" REF.START="QS0061" CODE="201C"/> und <QUOT.START ID="QS0062" REF.END="QE0062" CODE="201E"/>élimination<QUOT.END ID="QE0062" REF.START="QS0062" CODE="201C"/>; <QUOT.START ID="QS0063" REF.END="QE0063" CODE="201E"/>ricupero<QUOT.END ID="QE0063" REF.START="QS0063" CODE="201C"/> und <QUOT.START ID="QS0064" REF.END="QE0064" CODE="201E"/>smaltimento<QUOT.END ID="QE0064" REF.START="QS0064" CODE="201C"/>; <QUOT.START ID="QS0065" REF.END="QE0065" CODE="201E"/>recovery<QUOT.END ID="QE0065" REF.START="QS0065" CODE="201C"/> und <QUOT.START ID="QS0066" REF.END="QE0066" CODE="201E"/>disposal<QUOT.END ID="QE0066" REF.START="QS0066" CODE="201C"/>; <QUOT.START ID="QS0067" REF.END="QE0067" CODE="201E"/>Verwertung<QUOT.END ID="QE0067" REF.START="QS0067" CODE="201C"/> und <QUOT.START ID="QS0068" REF.END="QE0068" CODE="201E"/>Beseitigung<QUOT.END ID="QE0068" REF.START="QS0068" CODE="201C"/>) und grenzt die beiden letztgenannten Vorgänge durch Verweisung auf die in den Anhängen II B bzw. II A genannten Tätigkeiten ab.</TXT></NP><NP><NO.P>49.</NO.P><TXT>Daher ist der von der italienischen Regierung mit ihrer sprachlichen Verknüpfung<?PAGE NO="I-11040"?> der ursprünglichen Fassungen beider Richtlinien vertretenen Auffassung nicht zu folgen, da diese Verknüpfung zu einem Ergebnis führt, das dem angestrebten Ergebnis zuwiderläuft, da die <QUOT.START ID="QS0069" REF.END="QE0069" CODE="201E"/>Beseitigung<QUOT.END ID="QE0069" REF.START="QS0069" CODE="201C"/> (<QUOT.START ID="QS0070" REF.END="QE0070" CODE="201E"/>gestión<QUOT.END ID="QE0070" REF.START="QS0070" CODE="201C"/> in der spanischen Übersetzung) im Sinne der Richtlinie 75/442 auch Tätigkeiten der <QUOT.START ID="QS0071" REF.END="QE0071" CODE="201E"/>Verwertung<QUOT.END ID="QE0071" REF.START="QS0071" CODE="201C"/> (<QUOT.START ID="QS0072" REF.END="QE0072" CODE="201E"/>valorización<QUOT.END ID="QE0072" REF.START="QS0072" CODE="201C"/>) umfasst.</TXT></NP><NP><NO.P>50.</NO.P><TXT>Es könnte geltend gemacht werden, dass — seit im Rahmen der 1991 erfolgten Reform der Abfallrichtlinie zwischen <QUOT.START ID="QS0073" REF.END="QE0073" CODE="201E"/>Beseitigung<QUOT.END ID="QE0073" REF.START="QS0073" CODE="201C"/> und <QUOT.START ID="QS0074" REF.END="QE0074" CODE="201E"/>Verwertung<QUOT.END ID="QE0074" REF.START="QS0074" CODE="201C"/> unterschieden wurde — die Umweltverträglichkeitsrichtlinie nach ihrer Änderung im Jahr 1997 nur das Substantiv <QUOT.START ID="QS0075" REF.END="QE0075" CODE="201E"/>Beseitigung<QUOT.END ID="QE0075" REF.START="QS0075" CODE="201C"/> beibehielt, ein Indiz dafür, dass der Gesetzgeber die <QUOT.START ID="QS0076" REF.END="QE0076" CODE="201E"/>Verwertung<QUOT.END ID="QE0076" REF.START="QS0076" CODE="201C"/> nicht in ihren Anwendungsbereich habe einbeziehen wollen.</TXT></NP><NP><NO.P>51.</NO.P><TXT>Indessen glaube ich, dass ein solches Verständnis — abgesehen davon, dass es die Entwicklung der Richtlinie 85/337, deren Bedeutungsumfang ich bereits dargelegt habe, beeinträchtigen würde — der Richtlinie 75/442 in ihrer Auslegung durch den Gerichtshof ihren eigentlichen Sinn nehmen würde.</TXT></NP></GR.SEQ><GR.SEQ LEVEL="2"><TITLE><TI><NP><NO.P>C —</NO.P><TXT><QUOT.START ID="QS0077" REF.END="QE0077" CODE="201E"/>Verwertung<QUOT.END ID="QE0077" REF.START="QS0077" CODE="201C"/> gegen <QUOT.START ID="QS0078" REF.END="QE0078" CODE="201E"/>Beseitigung<QUOT.END ID="QE0078" REF.START="QS0078" CODE="201C"/></TXT></NP></TI></TITLE><NP><NO.P>52.</NO.P><TXT>Dieses Begriffspaar steht im Zentrum der Gemeinschaftsgesetzgebung auf diesem Gebiet<NOTE NOTE.ID="E0070" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Generalanwalt Jacobs unterstreicht dies in den Schlussanträgen vom <DATE ISO="20011115">15. November 2001</DATE> in der Rechtssache <REF.DOC.ECR NO.CASE="C-6/00" YEAR="2002" EDITION="GEN" PAGE.ECR="I-1961">C-6/00, in der das Urteil am <DATE ISO="20020227">27. Februar 2002</DATE> erging (ASA, Slg. 2002, I-1961, Nrn. 5 und 77</REF.DOC.ECR>).</P></NOTE>. Jede Tätigkeit, die Abfälle betrifft, muss unter die Begriffe <QUOT.START ID="QS0079" REF.END="QE0079" CODE="201E"/>Beseitigung<QUOT.END ID="QE0079" REF.START="QS0079" CODE="201C"/> oder <QUOT.START ID="QS0080" REF.END="QE0080" CODE="201E"/>Verwertung<QUOT.END ID="QE0080" REF.START="QS0080" CODE="201C"/> eingestuft werden, die in den Anhängen II A und II B definiert sind, wobei es üblich ist, dass ein und dieselbe Tätigkeit sachnotwendig beiden Listen zuzuordnen ist, auch wenn sie rechtlich gesehen nicht gleichzeitig beide Qualifikationen erhalten kann. Es bedarf einer spezifischen Prüfung beider Alternativen im Licht der Ziele der Richtlinie, um die richtige Wahl zu treffen<NOTE NOTE.ID="E0071" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Das Urteil ASA enthält gleichartige Aussagen (Randnrn. 63 und 64). Das Gleiche gilt für das Urteil vom <DATE ISO="20030403">3. April 2003</DATE> in der Rechtssache <REF.DOC.ECR NO.CASE="C-116/01" YEAR="2003" EDITION="GEN" PAGE.ECR="I-2969">C-116/01 (SITA, Slg. 2003, I-2969, Randnrn. 40 und 41)</REF.DOC.ECR>.</P></NOTE>.</TXT></NP><NP><NO.P>53.</NO.P><TXT>Die <QUOT.START ID="QS0081" REF.END="QE0081" CODE="201E"/>Verwertung<QUOT.END ID="QE0081" REF.START="QS0081" CODE="201C"/> soll bewirken, dass die Abfälle eine sinnvolle Aufgabe erfüllen und andere Materialien ersetzen, die für diese Aufgabe hätten verwendet werden müssen, wodurch natürliche Rohstoffquellen erhalten werden können<NOTE NOTE.ID="E0072" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Randnr. 69 des Urteils ASA. Im selben Sinne auch Urteile vom <DATE ISO="20030213">13. Februar 2003</DATE> in der Rechtssache <REF.DOC.ECR NO.CASE="C-228/00" YEAR="2003" EDITION="GEN" PAGE.ECR="I-1439">C-228/00 (Kommission/Deutschland, Slg. 2003, I-1439, Randnr. 45)</REF.DOC.ECR> und in der Rechtssache <REF.DOC.ECR NO.CASE="C-458/00" YEAR="2003" EDITION="GEN" PAGE.ECR="I-1553">C-458/00 (Kommission/Luxemburg, Slg. 2003, I-1553, Randnr. 36)</REF.DOC.ECR>.</P></NOTE>. Die <QUOT.START ID="QS0082" REF.END="QE0082" CODE="201E"/>Beseitigung<QUOT.END ID="QE0082" REF.START="QS0082" CODE="201C"/> erinnert an den Vorgang des sich von einer Sache <QUOT.START ID="QS0083" REF.END="QE0083" CODE="201E"/>Trennens<QUOT.END ID="QE0083" REF.START="QS0083" CODE="201C"/>, sich ihrer <QUOT.START ID="QS0084" REF.END="QE0084" CODE="201E"/>Entledigens<QUOT.END ID="QE0084" REF.START="QS0084" CODE="201C"/> — in geordneter Form —, um sie nicht mehr zu benutzen<NOTE NOTE.ID="E0073" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Die <QUOT.START ID="QS0085" REF.END="QE0085" CODE="201E"/>Beseitigung<QUOT.END ID="QE0085" REF.START="QS0085" CODE="201C"/> darf nicht mit der <QUOT.START ID="QS0086" REF.END="QE0086" CODE="201E"/>Ablagerung<QUOT.END ID="QE0086" REF.START="QS0086" CODE="201C"/> ver wechselt werden, die nach Artikel 4 Absatz 2 der Richtlinie 75/442 — ebenso wie die Ableitung oder die <QUOT.START ID="QS0087" REF.END="QE0087" CODE="201E"/>unkontrollierte Beseitigung<QUOT.END ID="QE0087" REF.START="QS0087" CODE="201C"/> — zu verbieten ist. Vgl. hierzu Urteil vom <DATE ISO="20041111">11. November 2004</DATE> in der Rechtssache <REF.DOC.ECR NO.CASE="C-457/02" YEAR="2004" EDITION="GEN" PAGE.ECR="I-10853">C-457/02 (Niselli, Slg. 2004, I-10853, Randnrn. 38 und 39)</REF.DOC.ECR>.</P></NOTE>.</TXT></NP><NP><NO.P>54.</NO.P><TXT>Der Zweck, nicht das Mittel, ist ausschlaggebend, so dass ein vereinfachendes Schema wie das von der italienischen Regierung<?PAGE NO="I-11041"?> vorgeschlagene, dem zufolge Verwertungstätigkeiten, die grundsätzlich weniger schädlich für die Umwelt sind, von der Richtlinie 85/337 nicht erfasst werden, zurückzuweisen ist. Allein die Lektüre der zitierten Anhänge zeigt, dass dieser Vorschlag falsch ist, da z. B. Techniken wie die Rückgewinnung/Regenerierung von Lösemitteln als <QUOT.START ID="QS0088" REF.END="QE0088" CODE="201E"/>Verwertung<QUOT.END ID="QE0088" REF.START="QS0088" CODE="201C"/> eingestuft werden, obwohl sie potenziell umweltschädlicher sind als andere Techniken, die — wie bestimmte biologische Verfahren oder Ablagerungen in oder auf dem Boden — als <QUOT.START ID="QS0089" REF.END="QE0089" CODE="201E"/>Beseitigung<QUOT.END ID="QE0089" REF.START="QS0089" CODE="201C"/> eingestuft werden.</TXT></NP><NP><NO.P>55.</NO.P><TXT>Die Richtlinie 75/442 und ihre Änderung von 1991 haben ihre Grundlage im Umweltschutz<NOTE NOTE.ID="E0074" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Das Urteil vom <DATE ISO="20020418">18. April 2002</DATE> in der Rechtssache <REF.DOC.ECR NO.CASE="C-9/00" YEAR="2002" EDITION="GEN" PAGE.ECR="I-3533">C-9/00 (Palin Granit und Vehmassalon kansanterveystyön kuntayhtymän hallitus, Slg. 2002, I-3533, Randnr. 23)</REF.DOC.ECR> unterstrich, dass der Zweck der Richtlinie 75/442 <QUOT.START ID="QS0090" REF.END="QE0090" CODE="201E"/>im Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt gegen nachteilige Auswirkungen der Sammlung, Beförderung, Behandlung, Lagerung und Ablagerung von Abfällen besteht<QUOT.END ID="QE0090" REF.START="QS0090" CODE="201C"/>, und erinnerte an die Funktion des Artikels 174 Absatz 2 EG, der die Umweltpolitik der Gemeinschaft auf ein hohes Schutzniveau ausrichtet und auf den Grundsätzen der Vorsorge und Vorbeugung beruht. Gleichlautend das Urteil Niselli (Randnr. 33).</P></NOTE>, da sie die <QUOT.START ID="QS0091" REF.END="QE0091" CODE="201E"/>Verwertung<QUOT.END ID="QE0091" REF.START="QS0091" CODE="201C"/> fördern, die vorteilhafter als die <QUOT.START ID="QS0092" REF.END="QE0092" CODE="201E"/>Beseitigung<QUOT.END ID="QE0092" REF.START="QS0092" CODE="201C"/> ist, allerdings nicht wegen ihrer Harmlosigkeit, sondern weil die natürlichen Rohstoffquellen durch die Wiederverwendung besser geschützt werden<NOTE NOTE.ID="E0075" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Aus diesen Gründen regt Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe b der Richtlinie 75/442 in der Fassung von 1991 die Mitgliedstaaten an, <QUOT.START ID="QS0093" REF.END="QE0093" CODE="201E"/>die Verwertung der Abfälle im Wege der Rückführung, der Wiederverwendung, des Wiedereinsatzes oder anderer Verwertungsvorgänge im Hinblick auf die Gewinnung von sekundären Rohstoffen<QUOT.END ID="QE0093" REF.START="QS0093" CODE="201C"/> sowie ihre Nutzung zur Gewinnung von Energie zu fördern.</P></NOTE>.</TXT></NP><NP><NO.P>56.</NO.P><TXT>Die <QUOT.START ID="QS0094" REF.END="QE0094" CODE="201E"/>Verwertung<QUOT.END ID="QE0094" REF.START="QS0094" CODE="201C"/> ist somit, auch wenn sie für die Natur womöglich vorteilhafter ist als die <QUOT.START ID="QS0095" REF.END="QE0095" CODE="201E"/>Beseitigung<QUOT.END ID="QE0095" REF.START="QS0095" CODE="201C"/>, nicht ungefährlich, so dass sie ebenfalls Vorsichtsmaßregeln wie die in der Richtlinie 85/337 enthaltenen erfordert.</TXT></NP><NP><NO.P>57.</NO.P><TXT>Nichts rechtfertigt die Auffassung des beklagten Mitgliedstaats, die zu Ergebnissen führt, die mit dieser Richtlinie nicht vereinbar sind, da eine Kategorie von möglicherweise schädlichen Tätigkeiten von ihrem Anwendungsbereich ausgenommen wird, ohne ihre Relevanz im Einzelfall zu prüfen, und die unzutreffend damit begründet wird, dass diese in der Regel die Lebensqualität nicht beeinträchtigten<NOTE NOTE.ID="E0076" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Im Urteil vom <DATE ISO="20040907">7. September 2004</DATE> in der Rechtssache <REF.DOC.ECR NO.CASE="C-127/02" YEAR="2004" EDITION="GEN" PAGE.ECR="I-7405">C-127/02 (Landelijke Vereniging u. a., Slg. 2004, I-7405)</REF.DOC.ECR> wurde, gestützt auf den Vorsorgegrundsatz, festgestellt, dass die Folgen einer Tätigkeit bei Zweifeln in Bezug auf ihren Umfang berechnet werden müssen (Randnr. 44).</P></NOTE>.</TXT></NP></GR.SEQ><GR.SEQ LEVEL="2"><TITLE><TI><NP><NO.P>D —</NO.P><TXT>Die Verbrennungsanlage von Massafra</TXT></NP></TI></TITLE><NP><NO.P>58.</NO.P><TXT>Diese Anlage mit einer Kapazität von mehr als 100 t pro Tag erzeugt elektrische Energie aus der Verbrennung von Biomasse und von aus Abfall gewonnenen Brennstoffen; sie fällt unter Anhang I Nummer 10 der<?PAGE NO="I-11042"?> Richtlinie 85/337 in der geänderten Fassung von 1997, weswegen sie gemäß Artikel 4 Absatz 1 einer Messung ihrer Auswirkungen hätte unterzogen werden müssen.</TXT></NP><NP><NO.P>59.</NO.P><TXT>Unter diesen Umständen halte ich den ersten von der Kommission gerügten Verstoß für unbestreitbar, da die italienischen Behörden die Errichtung und den Betrieb einer Anlage genehmigt haben, die einer Umweltverträglichkeitsprüfung bedurfte.</TXT></NP></GR.SEQ><GR.SEQ LEVEL="2"><TITLE><TI><NP><NO.P>E —</NO.P><TXT>Die dem vereinfachten Verfahren unterliegenden Verwertungsanlagen</TXT></NP></TI></TITLE><NP><NO.P>60.</NO.P><TXT>Die Reform der Richtlinie 75/442 im Jahr 1991 führte in Artikel 11 ein besonderes Verfahren ein und befreite Anlagen- oder Unternehmen, <QUOT.START ID="QS0096" REF.END="QE0096" CODE="201E"/>die Abfälle verwerten<QUOT.END ID="QE0096" REF.START="QS0096" CODE="201C"/><NOTE NOTE.ID="E0077" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Sie befreit auch diejenigen, die ihre eigenen Abfälle am Entstehungsort beseitigen.</P></NOTE>, von der Genehmigungspflicht, vorausgesetzt, dass 1. für jede Art von Tätigkeit allgemeine Vorschriften zur Festlegung der Abfallarten und -mengen sowie der Bedingungen, unter denen die Befreiung erfolgen kann, erlassen werden, und 2. die Voraussetzungen des Artikels 4 der Richtlinie erfüllt sind, d. h., dass die menschliche Gesundheit nicht gefährdet und die Umwelt nicht geschädigt wird.</TXT></NP><NP><NO.P>61.</NO.P><TXT>Die Befreiung kann nur erfolgen, wenn beide Voraussetzungen erfüllt sind<NOTE NOTE.ID="E0078" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Urteil Kommission/Italien, zitiert in Fußnote 18, Randnr. 27.</P></NOTE>, auch wenn für die vorliegende Klage nur die zweite von Bedeutung ist.</TXT></NP><NP><NO.P>62.</NO.P><TXT>Die Kommission rügt, dass die Italienische Republik dadurch, dass sie Verwertungsanlagen, die dem vereinfachten Verfahren unterliegen, von der Prüfung ihrer Auswirkungen oder der Umweltverträglichkeitsprüfung befreie, gegen ihre Verpflichtungen aus der Richtlinie 85/337 verstoße.</TXT></NP><NP><NO.P>63.</NO.P><TXT>Dieses in den Artikeln 31 und 33 des Decreto legislativo Nr. 22 vom <DATE ISO="19970205">5. Februar 1997</DATE> geregelte vereinfachte Verfahren sollte Artikel 11 der Richtlinie 75/442 in die italienische Rechtsordnung umsetzen. Ich habe bereits darauf hingewiesen, dass es für Anlagen gedacht ist, die die natürlichen Rohstoffquellen nicht beeinträchtigen und die insbesondere — gemäß Artikel 4 — Wasser, Luft, Boden sowie die Tier- und Pflanzenwelt nicht gefährden, keine Geräusch-<?PAGE NO="I-11043"?> oder Geruchsbelästigungen verursachen sowie die Umgebung und das Landschaftsbild nicht beeinträchtigen.</TXT></NP><NP><NO.P>64.</NO.P><TXT>Bei einer ersten Betrachtung, ohne eingehendere Überlegungen, könnte angenommen werden, dass insoweit dem beklagten Mitgliedstaat Recht zu geben ist.</TXT></NP><NP><NO.P>65.</NO.P><TXT>Mit Abfällen verbundene Tätigkeiten müssen genehmigt werden, und ihre Auswirkungen müssen, wie vorgeschrieben, ermittelt werden, wobei gegebenenfalls das entsprechende Gutachten erstellt wird (Artikel 8 und 9 der Richtlinie 75/442 in Verbindung mit Artikel 2 Absatz 1 der Richtlinie 85/337, jeweils in ihrer geänderten Fassung). Ausnahmsweise<NOTE NOTE.ID="E0079" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Das in der vorherigen Fußnote angeführte Urteil Kommission/Italien weist auf den Ausnahmecharakter dieses vereinfachten Verfahrens hin (Randnr. 31).</P></NOTE> sind jedoch bestimmte, vorab allgemein festgelegte Verwertungstätigkeiten, die die — ebenfalls vorab abstrakt festgelegten — Schwellenwerte einhalten und zugleich die festgelegten Voraussetzungen erfüllen, von dieser vorherigen Prüfung befreit, sofern sie nicht die Umwelt beeinträchtigen.</TXT></NP><NP><NO.P>66.</NO.P><TXT>Es könnte nutzlos erscheinen, eine Tätigkeit, deren Unschädlichkeit bereits bekannt ist, einer Prüfung zu unterwerfen, da sie anderenfalls nicht unter das vereinfachte Verfahren fallen würde.</TXT></NP><NP><NO.P>67.</NO.P><TXT>Dabei würde jedoch übersehen, dass auf diesem Gebiet verschiedene Arten von Genehmigungen eine Rolle spielen: zum einen die Betriebsgenehmigungen, auf die sich die Artikel 9 und 10 der Richtlinie 75/442 sowie Artikel 2 Absatz 1 a. E. der Richtlinie 85/337 beziehen; zum anderen die im ersten Teil des Artikels 2 Absatz 1 angesprochene und in Artikel 1 Absatz 2 beschriebene Genehmigung für die Durchführung des Projekts. Das vereinfachte Verfahren macht die erstgenannten Genehmigungen überflüssig, nicht aber die letztgenannte.</TXT></NP><NP><NO.P>68.</NO.P><TXT>Nach Artikel 2 der Richtlinie 85/337 müssen vor Erteilung der Genehmigung für die Durchführung eines Projekts, bei dem mit erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt zu rechnen ist, seine Auswirkungen geprüft und die entsprechende Genehmigung eingeholt werden. Im Rahmen des besonderen Verfahrens ist die Betriebsgenehmigung nicht erforderlich, da die Irrelevanz dieser Auswirkungen feststeht; dies gilt jedoch nicht für die Genehmigung zur Durchführung des Projekts, wenn eine Messung seiner Auswirkungen erforderlich ist, weil seine <QUOT.START ID="QS0097" REF.END="QE0097" CODE="201E"/>Art<QUOT.END ID="QE0097" REF.START="QS0097" CODE="201C"/>, seine <QUOT.START ID="QS0098" REF.END="QE0098" CODE="201E"/>Größe<QUOT.END ID="QE0098" REF.START="QS0098" CODE="201C"/> oder sein <QUOT.START ID="QS0099" REF.END="QE0099" CODE="201E"/>Standort<QUOT.END ID="QE0099" REF.START="QS0099" CODE="201C"/><NOTE NOTE.ID="E0080" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Artikel 2 Absatz 1 der Richtlinie 85/337 in der geänderten Fassung.</P></NOTE> dies erfordern (unmittelbar, wenn es unter Anhang I fällt, oder nach einer Prüfung seiner Folgen, wenn es unter Anhang II fällt)<NOTE NOTE.ID="E0081" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Im Urteil vom <DATE ISO="20040429">29. April 2004</DATE> in der Rechtssache <REF.DOC.ECR NO.CASE="C-117/02" YEAR="2004" EDITION="GEN" PAGE.ECR="I-5517">C-117/02 (Kommission/Portugal, Slg. 2004, I-5517)</REF.DOC.ECR> wurde festgestellt, dass eine Tätigkeit auch dann, wenn die rechtlich festgelegten Schwellenwerte nicht erreicht werden, aufgrund <QUOT.START ID="QS0100" REF.END="QE0100" CODE="201E"/>ihrer Art, ihrer Größe oder ihres Standorts<QUOT.END ID="QE0100" REF.START="QS0100" CODE="201C"/> Auswirkungen auf die Umwelt haben kann, so dass die entsprechenden Prüfungen durchgeführt werden müssen (Randnr. 82).</P></NOTE>.</TXT></NP><?PAGE NO="I-11044"?><NP><NO.P>69.</NO.P><TXT>Mit anderen Worten: Eine Anlage, in der eine <QUOT.START ID="QS0101" REF.END="QE0101" CODE="201E"/>umweltfreundliche<QUOT.END ID="QE0101" REF.START="QS0101" CODE="201C"/> Tätigkeit durchgeführt wird, ist nicht von der Prüfung befreit, ob sie aufgrund ihrer Größe und ihres Standorts negative Auswirkungen auf die Umwelt haben kann. Auch wenn die Unschädlichkeit des Inhalts bekannt ist, muss in jedem Einzelfall auch diejenige des Behälters festgestellt werden. Niemand würde darüber streiten, ob es angebracht ist, eine Umweltverträglichkeitsprüfung für die Einrichtung einer Kläranlage in einem Naturschutzpark durchzuführen.</TXT></NP><NP><NO.P>70.</NO.P><TXT>In Nummer 42 dieser Schlussanträge habe ich darauf hingewiesen, dass dann, wenn die Schwellenwerte und die Kriterien, die eine Prüfungspflicht auslösen, vorab festgelegt werden, in der Phase der Anwendung dieser Parameter geprüft werden muss, ob die Merkmale eines konkreten Projekts erhebliche Auswirkungen haben.</TXT></NP><NP><NO.P>71.</NO.P><TXT>In jedem Fall begeht der Mitgliedstaat — auch wenn die in den Nummern 64 bis 66 dieser Schlussanträge beschriebene summarische Betrachtung als zutreffend angesehen wird — möglicherweise einen Fehler, wenn er falsche Parameter verwendet oder die Vorschriften des Artikels 11 der Richtlinie 75/442 umgeht und Vorgänge, deren Auswirkungen auf die Umwelt ihm nicht bekannt sind, als unschädlich einstuft. Dies trifft im vorliegenden Fall zu, da die Italienische Republik, wie in dem zitierten Urteil in der Rechtssache C-103/02 (Kommission/Italien)<NOTE NOTE.ID="E0082" NUMBERING.CONTINUED="YES"><P>Der Vertreter der Kommission hat in der mündlichen Verhandlung mitgeteilt, dass dieses Urteil nicht durchgeführt wurde, so dass ein Verfahren nach Artikel 228 EG eingeleitet wurde.</P></NOTE> festgestellt, dadurch gegen diese Vorschrift verstoßen hat, dass sie in dem zur Durchführung der Artikel 31 und 33 des Decreto legislativo Nr. 22 vom <DATE ISO="19970205">5. Februar 1997</DATE> ergangenen Dekret vom <DATE ISO="19980205">5. Februar 1998</DATE> nicht die zulässigen maximalen Abfallmengen für die Anwendung des vereinfachten Verfahrens festgelegt hat und damit eine der Sicherheitsmaßregeln, die die Inanspruchnahme dieses Verfahrens ermöglichen, nicht eingehalten hat.</TXT></NP><NP><NO.P>72.</NO.P><TXT>Im Ergebnis ist festzustellen, dass es in Italien Verwertungsanlagen im Sinne der Anhänge I und II der Richtlinie 85/337 gibt, die ohne Umweltverträglichkeitsprüfung und damit unter Verstoß gegen die Artikel 2 Absatz 1 und 4 Absätze 1 bis 3 der Richtlinie genehmigt wurden, so dass auch der zweite mit der Klage gerügte Verstoß nachgewiesen ist.</TXT></NP></GR.SEQ></GR.SEQ><GR.SEQ LEVEL="1"><TITLE><TI><NP><NO.P>VI —</NO.P><TXT>Kosten</TXT></NP></TI></TITLE><NP><NO.P>73.</NO.P><TXT>Nach Artikel 69 § 2 der Verfahrensordnung ist die unterliegende Partei zur Tragung der Kosten zu verurteilen, wenn dies — wie im vorliegenden Fall geschehen — beantragt wird; da der Klage der Kommission stattzugeben ist, sind der Beklagten somit die Kosten aufzuerlegen.</TXT></NP></GR.SEQ><?PAGE NO="I-11045"?><GR.SEQ LEVEL="1"><TITLE><TI><NP><NO.P>VII —</NO.P><TXT>Ergebnis</TXT></NP></TI></TITLE><NP><NO.P>74.</NO.P><TXT>Nach alledem schlage ich dem Gerichtshof vor,</TXT><P><LIST TYPE="ARAB"><ITEM><NP><NO.P>1.</NO.P><TXT>der Klage der Kommission in vollem Umfang stattzugeben;</TXT></NP></ITEM><ITEM><NP><NO.P>2.</NO.P><TXT>festzustellen, dass die Italienische Republik dadurch gegen ihre Verpflichtungen aus Artikel 2 Absatz 1 und 4 Absätze 1 bis 3 der Richtlinie 85/337/EWG des Rates vom <DATE ISO="19850627">27. Juni 1985</DATE> über die Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten öffentlichen und privaten Projekten in der Fassung der Richtlinie 97/11/EG des Rates vom <DATE ISO="19970303">3. März 1997</DATE> verstoßen hat, dass sie</TXT><P><LIST TYPE="alpha"><ITEM><NP><NO.P>a)</NO.P><TXT>eine in Massafra, Provinz Tarent, gelegene Verbrennungsanlage für Brennstoffe aus Abfall und Biomasse mit einer Kapazität von mehr als 100 t pro Tag, die unter Anhang I Nummer 10 der Richtlinie fällt, keiner Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen hat,</TXT></NP></ITEM><ITEM><NP><NO.P>b)</NO.P><TXT>eine Regelung (Artikel 3 des Dekrets des Präsidenten des Ministerrats vom <DATE ISO="19990903">3. September 1999</DATE> zur Änderung von Anhang A Buchstaben i und l des Dekrets des Präsidenten der Republik vom <DATE ISO="19960412">12. April 1996</DATE>) erlassen hat, die einige unter Anhang I der genannten Richtlinie fallende Vorhaben vom Verfahren der Umweltverträglichkeitsprüfung ausnimmt und die ungeeignete Kriterien für die Feststellung verwendet, ob ein Vorhaben im Sinne von Anhang II dieser Richtlinie von dieser Prüfung befreit werden kann;</TXT></NP></ITEM></LIST></P></NP></ITEM><ITEM><NP><NO.P>3.</NO.P><TXT>der Italienischen Republik die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen.</TXT></NP></ITEM></LIST></P></NP></GR.SEQ></CONTENTS.CONCLUSION></CONCLUSION>