Brüssel, den 18.12.2025

COM(2025) 761 final

BERICHT DER KOMMISSION AN DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT UND DEN RAT

zur Bewertung der wichtigsten Ergebnisse der gemäß der Verordnung (EU) 2016/792 über harmonisierte Verbraucherpreisindizes und über den Häuserpreisindex durchgeführten Pilotstudien


1.Hintergrund

Mit der Verordnung (EU) 2016/792 1 wird ein gemeinsamer Rahmen für die Entwicklung, Erstellung und Verbreitung des harmonisierten Verbraucherpreisindexes (HVPI), des harmonisierten Verbraucherpreisindexes zu konstanten Steuersätzen (HVPI-KS), des Preisindexes für selbst genutztes Wohneigentum (OOHPI) und des Häuserpreisindexes (HPI) festgelegt. Diese vier Indizes werden zusammen als „harmonisierte Indizes“ bezeichnet.

Gemäß Artikel 8 der Verordnung kann die Kommission Pilotstudien veranlassen, die von den Mitgliedstaaten auf freiwilliger Grundlage durchgeführt werden. Dies kann sie tun, wenn für die Erstellung der harmonisierten Indizes verbesserte Basisinformationen benötigt werden oder die harmonisierten Indizes besser vergleichbar gemacht werden müssen.

Der Gesamthaushaltsplan der EU trägt gegebenenfalls zur Finanzierung dieser Pilotstudien bei.

In diesen Studien ist zu bewerten, inwieweit die Erhebung verbesserter Basisinformationen oder die Verwendung eines neuen methodischen Ansatzes durchführbar ist.

Die Kommission (Eurostat) wertet die Ergebnisse der Pilotstudien in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten und den Hauptnutzern der harmonisierten Indizes aus. Dabei wird der Vorteil verbesserter Basisinformationen oder neuer methodischer Ansätze gegen die zusätzlichen Kosten für die Erstellung harmonisierter Indizes abgewogen.

Gemäß Artikel 8 Absatz 5 der Verordnung (EU) 2016/792 legt die Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat alle fünf Jahre einen Bericht vor, in dem sie gegebenenfalls die wichtigsten Ergebnisse der Pilotstudien bewertet. Der erste Bericht wurde im Dezember 2020 vorgelegt. Dies ist der zweite Bericht, der bis zum 31. Dezember 2025 vorzulegen ist.

Im ersten Bericht 2 wurden die wichtigsten Ergebnisse der Pilotstudien für den Durchführungszeitraum 2016-2017 bewertet. Dieser Bericht umfasst Pilotstudien, die durch Finanzhilfen aus dem Gesamthaushalt der EU für den Zeitraum 2018-2022 unterstützt werden. In den letzten Jahren wurden weitere Runden eingeleitet, die entsprechenden Studien sind jedoch noch nicht abgeschlossen und können noch nicht bewertet werden.

Die für Finanzhilfen für den HVPI im Zeitraum 2018-2022 gebundenen Haushaltsmittel beliefen sich auf insgesamt 5 548 290 EUR. Rund 65 % dieses Betrags waren für Pilotstudien bestimmt. Die für Finanzhilfen für den HPI/OOHPI gebundenen Haushaltsmittel beliefen sich auf 2 640 861 EUR. Rund 20 % dieses Betrags waren für Pilotstudien bestimmt.

2.Pilotstudien zu harmonisierten Verbraucherpreisindizes

2.1.Überblick

Für Pilotstudien zum HVPI gab es zwei große Prioritäten: verbesserte Methoden und neue Datenquellen für den HVPI.

Diese Prioritäten spiegeln die anhaltende Notwendigkeit wider, dass der HVPI relevant und methodisch fundiert ist. Die Datenerhebung muss auch im Zuge von Veränderungen bei den Verbrauchsmustern, der Datenverfügbarkeit und der sich weiterentwickelnden digitalen Wirtschaft modernisiert werden, wobei die Einhaltung der Verordnung (EU) 2016/792 sicherzustellen ist.

Die erste Priorität bezüglich neuer Methoden für den HVPI ist die Verbesserung der statistischen Instrumente, die zur Erstellung dieses Index verwendet werden. Ziel ist, dass der HVPI theoretisch solide, angesichts sich wandelnder Verbrauchsmuster robust und mit international bewährten Verfahren der Preismessung im Einklang bleibt. Die im Rahmen dieser Aktivität finanzierten Studien erstreckten sich auf Methoden zur Erfassung von Digitalisierung, Qualitätsanpassung und multilaterale Indexmethoden. Mit diesen Themen werden altbekannte methodische Fragen und neue Herausforderungen angegangen, die sich aus einer komplexeren Verbrauchsdynamik ergeben. Damit soll sichergestellt werden, dass der HVPI die Inflation mit größerer Genauigkeit und Vergleichbarkeit zwischen den Mitgliedstaaten misst, und gleichzeitig sollen künftige statistische Standards vorbereitet werden.

Die zweite Priorität ist die Integration von Daten aus alternativen Datenquellen in den HVPI. So soll die Datenerhebung entsprechend der Digitalisierung der Endkundenmärkte modernisiert werden, um den Erfassungsbereich, die Effizienz und die Aktualität zu verbessern. Die finanzierten Studien erstreckten sich auf Scannerdaten, Web-Scraped-Daten und die Einbeziehung verschiedener Quellen. Dies spiegelt die Notwendigkeit wider, die Verbraucherpreisstatistik an ein Umfeld anzupassen, in dem viele Informationen elektronisch erfasst werden. Dazu ist nicht nur eine neue IT-Infrastruktur erforderlich, sondern auch überarbeitete statistische Methoden, um unterschiedliche Quellen zuverlässig zu integrieren.

Es gibt einige konzeptionelle Überschneidungen zwischen den beiden Prioritäten, auch wenn sie getrennt dargestellt werden. Mehrere nationale Projekte deckten zwangsläufig beide Prioritäten ab, etwa wenn multilaterale Indexmethoden auf Transaktionsdaten oder Web-Scraped-Daten angewandt wurden. Im Bericht werden diese Arbeiten unter dem entsprechenden methodischen Thema beschrieben und erforderlichenfalls Querverweise angegeben.

2.2.Abgeschlossene Arbeiten

Pilotstudien zu Methoden zur Erfassung der Digitalisierung

In diesen Pilotstudien wurde untersucht, wie der HVPI an neue Formen des Verbrauchs in der digitalen Wirtschaft angepasst werden kann. Ziel war es, Methoden und Datenquellen zur Messung der Preise plattformbasierter Dienste und grenzüberschreitender Interneteinkäufe zu ermitteln und Stichprobenpläne zu verbessern. Es wurden Arbeiten durchgeführt, um zu testen, inwieweit die Erfassung von Dienstleistungen der Sharing Economy durchführbar ist, und aus Verwaltungsdaten wurden experimentelle Indizes erstellt. In weiteren Studien wurden grenzüberschreitende Interneteinkäufe untersucht und Methoden entwickelt, um Online-Ausgabenanteile zu quantifizieren und in Indizes für Kategorien wie Bekleidung und Schuhe zu integrieren. Parallele Durchläufe zeigten messbare Auswirkungen auf jährliche Raten. Im Rahmen der Arbeiten zur Methodik wurden außerdem die Stichprobenpläne für die Digitalisierung behandelt und optimierte Zuweisungsmethoden auf der Grundlage von Ausgaben- und Preisschwankungen getestet.

Pilotstudien zu Methoden zur Qualitätsanpassung

In diesen Pilotstudien wurde untersucht, wie Qualitätsänderungen bei Produkten besser im HVPI erfasst werden können, um Verzerrungen durch Umsatz oder Wiedereinführungen zu verringern. Ziel war es, Methoden zu testen und zu verfeinern sowie Instrumente zu entwickeln, wenn traditionelle Überschneidungsmethoden nicht ausreichen. Die Studien ergaben, dass hedonische Zeitreihenmodelle die Dynamik qualitätsbereinigter Preise besser widerspiegelten als einfache Durchschnittswerte, insbesondere bei Waren mit häufigen Modelländerungen. Weitere Arbeiten befassten sich mit Wiedereinführungen in Supermärkten, indem multilaterale Indizes mit hedonischen Ansätzen zur Wahrung der Kontinuität kombiniert wurden. Weitere Projekte schufen Hilfen für Preiserheber, darunter Entscheidungsbäume für Anpassungsmethoden und erweiterte Produktmerkmale für Online- und Scannerdaten.

Pilotstudien zu multilateralen Methoden

In diesen Pilotstudien wurde untersucht, wie multilaterale Indexmethoden angewandt werden könnten, um HVPI-Reihen aus großen, stark fluktuierenden Datensätzen wie Scanner- und Web-Scraped-Daten zu erstellen. Dabei wurden verschiedene Ansätze getestet, deren Leistung im Rahmen alternativer Splicing- und Verkettungsstrategien bewertet wurde. Mehrere Studien konzentrierten sich auf Produktgruppen wie Lebensmittel, Bekleidung, Geräte und Elektronik; sie zeigten, wie die Methoden sowohl auf stabilen als auch auf volatilen Märkten funktionieren. Die Forschungsarbeiten befassten sich auch mit Herausforderungen wie i) der Verlängerung von Indizes im Zeitverlauf, ii) der Ableitung von Schichtungen, wenn die Produktinformationen begrenzt sind, und iii) der Einbettung von Validierungsinstrumenten in Produktionssysteme. Insgesamt lieferten diese Arbeiten solide Belege für die Durchführbarkeit und Gestaltung multilateraler Methoden für die Verbraucherpreisstatistik.

Pilotstudien zu Scannerdaten

Bei mehreren Projekten wurde die Nutzung von Scannerdaten von Einzelhändlern für den HVPI untersucht. Der Schwerpunkt lag auf End-to-End-Prozessen, die von der Datenerfassung und -bereinigung bis hin zur Klassifizierung und Indexerstellung reichten. Es wurde am Aufbau von Systemen gearbeitet, um große Datensätze zu verwalten, indem Filter für Ausreißer angewandt und Arbeitsabläufe gestaltet werden, die für hochfrequente, umsatzstarke Waren (wie Lebensmittel, Getränke, Haushaltsgeräte und Körperpflegeartikel) geeignet sind. In einigen Pilotstudien wurde außerdem maschinelles Lernen für die Produktklassifizierung getestet, um manuelle Kodierung zu verringern. Einige Mitgliedstaaten prüften auch geeignete Indexformeln und testeten bilaterale Indizes und Verkettungsstrategien für die monatliche Erstellung.

Pilotstudien zu Web-Scraped-Daten

In diesen Pilotstudien wurde die Durchführbarkeit von Web-Scraping für den HVPI in Bereichen wie Bekleidung, Elektronik, Verkehrsdienstleistungen und Tourismusprodukte (z. B. Flugpreise und Pauschalreisen) untersucht. Im Rahmen der Projekte wurden automatisierte Scraping-Tools entwickelt, manchmal in Kombination mit maschinellem Lernen für die Produktklassifizierung. Außerdem wurden statistische Modelle zur Verbesserung der Indexerstellung untersucht. In einigen Fällen wurden Web-Scraped-Daten mit herkömmlichen Daten oder Scannerdaten verknüpft, um experimentelle Indizes zu erstellen (z. B. für Laptops, Hotelpreise und Unterhaltungselektronik). Die operative Nutzung ist nach wie vor begrenzt, aber das Web-Scraping hat die manuelle Erhebung für bestimmte Produktgruppen bereits ersetzt oder ergänzt und eindeutiges Potenzial für eine breitere Anwendung gezeigt.

Pilotstudien zur Integration von Preisen aus verschiedenen Datenquellen

In diesen Pilotstudien wurde untersucht, wie verschiedene Datenströme kombiniert werden könnten, um den Erfassungsbereich, die Aktualität und die Genauigkeit des HVPI zu verbessern. Der Schwerpunkt lag auf Mieten und anderen Bereichen, in denen traditionelle Erhebungsdaten kostspielig oder unvollständig sind. Es wurde an der Aufnahme von Verwaltungsdaten zu privaten Vermietungen von Industrieverbänden gearbeitet. Dadurch wurde die Zahl der Beobachtungen und verfügbaren geografischen Details erheblich erhöht. In anderen Studien wurde die Nutzung von Online-Werbedaten und Datensätzen professioneller Vermieter für Mietindizes untersucht. Dabei wurden Matched-Model- und hedonische Methoden zur Aufnahme dieser Daten getestet. Im Rahmen breiter angelegter Pilotstudien wurden Arbeitsabläufe für die Kombination von Scanner-, Web-Scraped- und Felderhebungsdaten zu integrierten Arbeitsabläufen entwickelt, um die Herausforderungen der Klassifizierung, Imputation und Konsistenz zwischen den Quellen anzugehen.

3.Pilotstudien zu Immobilienpreisindikatoren

3.1.Überblick

Die Pilotstudien zu Immobilienpreisindikatoren konzentrierten sich auf drei Hauptprioritäten: i) Verbesserung der Periodizität und der Aktualität des HPI und des OOHPI, ii) bessere Vergleichbarkeit der OOHPI-Gewichte und iii) Behandlung spezifischer methodischer Fragen bei der OOHPI-Erstellung.

Mit der ersten Reihe von Projekten sollte untersucht werden, ob monatliche Indikatoren oder Schnellindikatoren über die derzeit in der Verordnung (EU) 2016/792 vorgeschriebene vierteljährliche Periodizität und die Frist von 85 Tagen hinaus erstellt werden könnten. Dadurch soll die Relevanz dieser Indikatoren für die Nutzer erhöht und dazu beigetragen werden, den OOHPI möglicherweise in den HVPI zu integrieren. Eine zweite Gruppe von Projekten wurde zur Angleichung der OOHPI-Gewichte an die Verordnung (EU) 2023/1470 3 konzipiert, um harmonisierte und aktualisierte Zeitreihen zu erstellen. Schließlich wurde an Fragen der Messung gearbeitet, um die Behandlung von Grundstücks- und Strukturkomponenten zu verbessern und Teilindizes (z. B. selbst gebaute Wohnungen, Renovierungen und größere Reparaturen) zu verfeinern.

Diese Maßnahmen zielten zusammen darauf ab, die methodischen Grundlagen des HPI und des OOHPI zu stärken, die Vergleichbarkeit zwischen den Mitgliedstaaten zu verbessern und die künftige Integration in die Verbraucherpreisstatistik vorzubereiten.

3.2.Abgeschlossene Arbeiten

Pilotstudien zur Entwicklung eines HPI und/oder OOHPI in monatlichen Abständen und innerhalb einer kürzeren Frist

Gemäß der Verordnung (EU) 2016/792 sind der HPI und der OOHPI vierteljährlich und 85 Kalendertage nach Ablauf des Bezugsquartals zu erstellen. Im Rahmen dieser Projekte wurde analysiert, ob die Indizes in monatlichen Abständen und innerhalb einer kürzeren Frist erstellt werden können. Dadurch soll ihre Relevanz für die Nutzer erhöht und letztlich die Integration des OOHPI in den HVPI ermöglicht werden. Diese Projekte erstreckten sich auf die Erforschung von Datenquellen (z. B. Web-Scraping) und Schätz- oder Extrapolationstechniken. Wenn sich die monatlichen Datenquellen von den derzeit für die vierteljährlichen Indizes verwendeten Datenquellen unterschieden, mussten Methoden für die Kombination dieser Quellen untersucht werden.

In Pilotstudien in drei Mitgliedstaaten wurde geprüft, ob aktuellere und häufigere Immobilienpreisindikatoren erstellt werden können. Ein erstes Ziel bestand darin, das Datenerhebungsverfahren zu ändern oder verschiedene Datenquellen zu untersuchen. Ein zweites Ziel wurde erreicht, indem Schätzmethoden ermittelt wurden, die es ermöglichen, einen zuverlässigen Index mit wenigen (oder weniger) verfügbaren Daten zu berechnen. Außerdem wurden präzisere Datensätze ermittelt, was zu zuverlässigen Indizes mit einer höheren Periodizität führte. Die Studien stützten sich auf neue Datenquellen wie Baupreise, Web-Scraped-Informationen und verbesserte administrative Datensätze. Dabei haben sie sowohl das Potenzial zur Erhöhung der Periodizität und der Aktualität von Preisindizes als auch die Grenzen aufgezeigt.

Pilotstudien zur Verbesserung der OOHPI-Gewichte

Die Mitgliedstaaten müssen Eurostat OOHPI-Gewichte gemäß der Aufgliederung in Artikel 22 der Verordnung (EU) 2020/1148 4 übermitteln. Da in diesen Rechtsvorschriften keine Datenquellen oder Methoden zur Gewährleistung der Vergleichbarkeit festgelegt waren, begann Eurostat mit der Arbeit an einem Durchführungsrechtsakt zur Festlegung gemeinsamer Qualitätsstandards. Dieser Prozess führte zur Annahme der Verordnung (EU) 2023/1470, in der detaillierte Spezifikationen für diese Gewichte festgelegt sind.

Vor diesem Hintergrund haben zwei Mitgliedstaaten, die an den Pilotstudien teilgenommen haben, ihre Gewichte und Indizes überarbeitet und aktualisiert. Sie erhielten auch die Möglichkeit, Projekte in diesem Bereich durchzuführen. Von diesen Projekten wurde erwartet, dass sie Gewichte hervorbringen, die mit der Verordnung im Einklang stehen. Anschließend konnten aktualisierte Zeitreihen der Gewichte ab 2010 erstellt und die daraus resultierenden Daten an Eurostat übermittelt werden.

In Pilotstudien in zwei Mitgliedstaaten wurden die Quellen der Gewichte und ihre Übereinstimmung mit dem Entwurf des Durchführungsrechtsakts für den OOHPI und den HPI bewertet. Zu den untersuchten Fragen gehörte die Aktualisierung der Gewichte auf das letzte Quartal des Vorjahres, wie in der Verordnung vorgeschrieben. Die Relevanz und Durchführbarkeit der Berechnung eines Gewichts für „Bestehender Wohnraum, neu von Haushalten gekauft“ (auch ein Teilindex des OOHPI) wurde ebenfalls berücksichtigt.

4.Bewertung der Pilotstudien

Die Kommission bewertet und genehmigt die Abschlussberichte zu den Pilotstudien. Die Ergebnisse werden den nationalen statistischen Ämtern, den EFTA-Ländern und der Europäischen Zentralbank mitgeteilt. Die Projekte wurden in jährlichen Workshops vorgestellt und die Abschlussberichte über eine Online-Plattform verbreitet, sodass die Ergebnisse den Statistikern mitgeteilt und von ihnen erörtert werden konnten. Dieser Austausch trägt dazu bei, bewährte Verfahren zu ermitteln, und schafft ein gemeinsames Verständnis der methodischen Optionen, was wiederum dazu beiträgt, die Vergleichbarkeit des HVPI zu verbessern.

Im Rahmen der Pilotstudien zur Methodikarbeit wurden neue Instrumente und Ansätze für den HVPI entwickelt. Multilaterale Indexmethoden wurden umfassend getestet und erwiesen sich in vielen Produktgruppen als robust. Dies ist ein deutlicher Beleg dafür, dass sie die Kontinuität und Vergleichbarkeit verbessern können. Die Arbeiten zur Qualitätsanpassung bestätigten außerdem, dass hedonische Techniken die Behandlung von Produktwiedereinführungen und raschen Qualitätsveränderungen verbessern.

Projekte zur Digitalisierung befassten sich mit neuen Konsumkanälen und der Neugestaltung von HVPI-Stichproben unter Berücksichtigung der Verfügbarkeit von Online-Daten. Experimentelle Indizes für Beherbergungs- und Verkehrsdienstleistungen wurden anhand von Verwaltungsdaten auf Sharing-Plattformen berechnet. Auch Erhebungen wurden verwendet, um grenzüberschreitende Internetausgaben zu erfassen. Studien zu Stichprobenplänen haben gezeigt, dass die Effizienz gesteigert werden kann, indem Ressourcen entsprechend den Ausgabengewichten und Preisschwankungen neu zugeteilt werden. Diese Ansätze haben sich als praktikable Methoden zur Bewältigung der Digitalisierung im Rahmen des HVPI erwiesen.

Im Rahmen der Pilotstudien wurde auch die Nutzung neuer Datenquellen getestet und ausgeweitet. Durch Projekte zu Scanner- und Web-Scraped-Daten wurde das Spektrum alternativer Quellen erweitert. Die Arbeiten an Scannerdaten schritten von der Durchführbarkeitsstudie bis zur Entwicklung von Produktionssystemen voran. Einige Mitgliedstaaten nutzen die Produktionssysteme bereits für ausgewählte Produktgruppen, andere bereiten sich auf ihre Nutzung vor. Im Rahmen der Projekte wurden Routinen für die Datenverarbeitung geschaffen, Tools für maschinelles Lernen für die Klassifizierung entwickelt und Methoden für den Umgang mit fehlenden Attributen getestet. Scannerdaten haben sich bei der Ausweitung des Erfassungsbereichs und der Erhöhung der Periodizität der Beobachtung bei gleichzeitiger Senkung der Erhebungskosten als wirksam erwiesen.

Web-Scraping-Projekte haben das Potenzial der automatisierten Datenerhebung in allen Verbraucherbereichen aufgezeigt. Es wurden Erfahrungen mit Scraping-Techniken, Klassifizierung und der Verknüpfung mit bestehenden HVPI-Strukturen gesammelt. In mehreren Pilotstudien wurde außerdem die Einbeziehung mehrerer Quellen getestet. Dies zeigte, dass die Kombination von Scannerdaten, Webdaten und Verwaltungsdaten durchführbar ist und den Erfassungsbereich verbessert.

Die Studien bestätigten, dass methodische Innovationen und neue Datenquellen eng miteinander verknüpft sind. Viele Studien deckten beide Prioritäten ab, indem multilaterale Methoden auf Scanner- oder Webdaten angewandt wurden. In den Studien wurden auch die Bedingungen präzisiert, unter denen neue Techniken erfolgreich integriert werden können. Einige Studien führten zwar nicht zu einer sofortigen Verwendung, lieferten jedoch erprobte Ansätze, die dazu beitragen, den HVPI und den HPI schrittweise zu modernisieren und die Grundlage für genauere und aktuellere Statistiken in der Zukunft zu schaffen.

Die Pilotstudien zu Immobilienpreisindikatoren trugen zu Fortschritten in mehreren Bereichen bei, die für die künftige Entwicklung des HPI und des OOHPI von zentraler Bedeutung sind. Die Arbeiten zur Verbesserung der Aktualität und Periodizität haben gezeigt, dass eine monatliche Erstellung technisch möglich ist. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Verwaltungsdatensätze, Baudaten oder Web-Scraped-Quellen verwendet werden. In diesen Studien wurden auch die praktischen Schwierigkeiten bei der Gewährleistung eines ausreichenden Erfassungsbereichs, der Stabilität des Datenzugangs und der Kohärenz zwischen monatlichen und vierteljährlichen Indizes hervorgehoben. Dennoch bilden die Ergebnisse eine Grundlage für die Bewertung, wie Schnellindikatoren oder monatliche Indikatoren letztendlich in den bestehenden vierteljährlichen Rahmen aufgenommen werden und die Relevanz der Statistiken für die Nutzung durch die Politik erhöhen könnten.

Weitere Projekte befassten sich mit der Qualität und Vergleichbarkeit der OOHPI-Gewichte und der Behandlung konzeptioneller Fragen. Die Arbeit an den Gewichten ermöglichte es den Mitgliedstaaten zu testen, wie nationale Quellen an die Verordnung (EU) 2023/1470 angepasst werden könnten, um die Kohärenz historischer Reihen zu verbessern und regelmäßigere Aktualisierungen zu ermöglichen. Diese Pilotstudien waren explorativer Natur, und nicht alle Ergebnisse sind einsatzbereit. Sie lieferten jedoch wertvolle Erkenntnisse, klärten methodische Herausforderungen und trugen zur gemeinsamen Wissensbasis bei, die für die Verbesserung der Immobilienpreisindikatoren in allen Mitgliedstaaten erforderlich ist.

5.Schlussfolgerungen

Die im Zeitraum 2018-2022 finanzierten Pilotstudien leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der EU-Preisstatistiken. Sie stärkten die methodischen und datenbezogenen Grundlagen des HVPI und trugen zu Fortschritten bei den Immobilienpreisindikatoren bei. Dies hilft den Mitgliedstaaten bei der Anpassung an die Digitalisierung, neue Datenquellen und sich weiterentwickelnde statistische Standards. Über ihre unmittelbaren Ergebnisse hinaus haben die Projekte i) den gemeinsamen Wissenspool erweitert, ii) die Vergleichbarkeit zwischen den Mitgliedstaaten verbessert und iii) gezeigt, wie Innovationen in der Praxis angewandt werden können. Die Kommission betrachtet die Pilotstudien als ein wesentliches Instrument für die laufende Modernisierung der Preisstatistik und wird sie weiterhin unterstützen. Außerdem fordert sie die Mitgliedstaaten auf, die Finanzierungsmöglichkeiten, die sie für Pilotstudien bietet, aktiv zu nutzen.

(1)

Verordnung (EU) 2016/792 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Mai 2016 über harmonisierte Verbraucherpreisindizes und den Häuserpreisindex sowie zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 2494/95 des Rates (ABl. L 135 vom 24.5.2016, S. 11, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2016/792/oj ).

(2)

 Bericht der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat zur Bewertung der wichtigsten Ergebnisse der gemäß der Verordnung (EU) 2016/792 über harmonisierte Verbraucherpreisindizes und über den Häuserpreisindex durchgeführten Pilotstudien, COM(2020) 810 final vom 14. Dezember 2020, https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52020DC0810&qid=1763626037139 .

(3)

 Durchführungsverordnung (EU) 2023/1470 der Kommission vom 17. Juli 2023 zur Festlegung der methodischen und technischen Spezifikationen nach der Verordnung (EU) 2016/792 des Europäischen Parlaments und des Rates im Hinblick auf den Häuserpreisindex und den Preisindex für selbst genutztes Wohneigentum und zur Änderung der Durchführungsverordnung (EU)2020/1148 der Kommission (ABl. L 181 vom 18.7.2023, S. 1, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg_impl/2023/1470/oj) .

(4)

 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1148 der Kommission vom 31. Juli 2020 zur Festlegung der methodischen und technischen Spezifikationen nach der Verordnung (EU) 2016/792 des Europäischen Parlaments und des Rates im Hinblick auf harmonisierte Verbraucherpreisindizes und den Häuserpreisindex (ABl. L 252 vom 4.8.2020, S. 12, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg_impl/2020/1148/oj ).